Das freie Wort

Serbien-Wahl

Bei der Parlamentswahl in Serbien ist Aleksandar Vučić abgewählt worden. Die oppositionelle Studentenliste erreicht die absolute Mehrheit. Vučić geht mit seiner Partei in die Opposition. Das Wahlergebnis ist auch für Europa ein überaus erfreuliches. Serbien kann sich aus Russlands Einfluss lösen und auf dem gesamten Balkan stabilisierend wirken. Nach der Abwahl von Viktor Orbán in Ungarn und dem nun erfreulichen Wahlergebnis in Serbien zeigt sich, dass auch Allmachtherrscher abwählbar sind. Wird das Volk zu lange gedemütigt, jede demokratische Bewegung unterdrückt und wenn Korruption den Alltag bestimmt, kocht irgendwann die Volksseele über. Die Straße wird zum Versammlungsort, der Ruf nach Veränderung immer lauter. Brutale Unterdrückung und Massenverhaftungen reichten nicht, um das Volk weiter zu demütigen und das Land zu knebeln. Das Wahlergebnis in Serbien kommt durch eine überaus hohe Wahlbeteiligung zustande. Vor allem junge Menschen wollen nicht mehr von Despoten regiert werden, es sind ihre Stimmen, die den Machtwechsel ermöglichen. Serbien hat einen langen Weg vor sich. Das Land, die jungen Menschen wollen den Russland-freundlichen Kurs von Aleksandar Vučić oder Viktor Orbán nicht mehr. Sie sehen ihre Zukunft in Europa, in der Demokratie und im Pluralismus. Für Serbien, für Europa ein Lichtblick und eine große Chance, den Balkan aus dem Einflussbereich Russlands und Chinas zu lösen. Europa darf jetzt nicht zögern, Serbien und seinen Nachbarn den Weg nach Europa in die europäische Staatengemeinschaft zu ebnen.

Franz Peer, Linz

Erschienen am Di, 27.10.2026

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