Die baltischen Staaten und Polen befinden sich in Alarmbereitschaft, denn die andauernde hybride Kriegsführung Russlands verursacht Unruhe und Angst in der Bevölkerung. Solange die Ukraine der russischen Aggression standhält, werden wir in Österreich friedlich leben können – von Cyberangriffen etc. einmal abgesehen. Doch wie wird es in fünf Jahren aussehen? Die Regierungschefs von Russland und den USA sind unberechenbar. Außerdem gibt es viele Brandherde weltweit, die sich ausbreiten könnten. Über die Wehrdienstreform in Österreich hört man nicht mehr viel, abgesehen von ein paar vagen Äußerungen der Dreierkoalition. Die Regierung will bald ein Gesetz erlassen, sodass die Wehrdienstreform am 1. 1. 2027 in Kraft treten könne. Mit dem Gesetz beginnt jedoch erst die Umsetzung: Anpassung der Infrastruktur, Festlegung der Einrücktermine, Planung von Milizübungen und Zielkataloge für die Ausbildung. Das Heer erhält neue Waffensysteme, das heißt unter anderem: Training des Führungspersonals, Ausbildung des Kaderpersonals an den Waffensystemen, Schulung der Mechatroniker und sonstigen Techniker in der Materialerhaltung. Diese Fachausbildungen müssen teilweise bei Firmen oder ausländischen Streitkräften durchgeführt werden. Wie soll die Wehrdienstreform unter diesen Bedingungen zeitnah umgesetzt werden? Improvisation war immer schon eine Stärke der Österreicher.
Oberst i. R. Kurt Gärtner, Wels
Erschienen am So, 20.9.2026
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