Mit großem Unverständnis habe ich den Vorschlag von Wifo-Chef Felbermayr gelesen, das Pensionsantrittsalter auf 67 Jahre zu erhöhen. Herr Felbermayr urteilt aus einer sehr bequemen Position: warmes Büro, Anzug, keine körperliche Belastung, kein Staub, keine Kälte, kein Lärm. Aus dieser Sicht lässt sich leicht fordern, dass alle bis 67 arbeiten sollen. Die Realität für viele Österreicher sieht anders aus. Menschen am Bau, in der Pflege, als Dachdecker, Lkw-Fahrer oder als Verkäuferin an der Kassa leisten jeden Tag schwere körperliche Arbeit. Viele sind mit 60 Jahren körperlich am Ende – mit kaputten Knien, kaputtem Rücken und Erschöpfung. Sie schaffen die 65 nur mit Mühe. Menschen mit harter körperlicher Arbeit haben eine kürzere Lebenserwartung. Sollen diese Menschen nun noch länger arbeiten, um dann nur noch wenige Jahre ihre Pension zu genießen? Das ist ungerecht und unsozial. Wer gesund ist und einen leichten Bürojob hat, kann und soll gerne freiwillig länger arbeiten. Aber eine pauschale Erhöhung auf 67 für alle darf es nicht geben. Es muss bei 65 bleiben. Punkt.
Andreas Prinz, Wartberg ob der Aist
Erschienen am Di, 15.9.2026
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