Wenn die Präsidentin der Wirtschaftskammer meint, dass kürzere Sommerferien zu „unserem Kulturkreis“ gehören würden, kann sie nur Bayern meinen, wo die sechs Wochen Sommerferien nun zu Ende gehen. Allerdings gibt es dort dafür zwei Wochen Pfingstferien und eine zweite Osterferienwoche, die Gesamtzahl an unterrichtsfreier Zeit ist somit sogar etwas länger als in Österreich. Italien hat dreizehn Wochen Sommerferien und ist in Europa in prominenter Gesellschaft, in Südtirol, das ich ebenso zu unserem Kulturkreis zählen würde, sind es zwölf. Es ist ein weit verbreiteter Irrsinn und eine Themenverfehlung zu glauben, dass ich ein Betreuungsproblem dadurch löse, indem ich Kinder zur heißesten Zeit des Jahres in eine unzureichend ausgestattete Bildungseinrichtung stecke. Die Tourismusbranche, aus der die Kammer-Präsidentin stammt, muss ihre Fachkräfte halt gut behandeln, wenn sie diese halten möchte. Das trifft auch auf andere Branchen zu – und auch auf das Bildungssystem.
Florian Stadler, Aschach/Donau
Erschienen am Mo, 14.9.2026
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