Am 11. 9. 2001 befand ich mich im Großraum Washington D.C., wo ich aus beruflichen Gründen mehrere Jahre lang lebte. Ich erinnere mich noch genau an den Morgen dieses Tages. Ein schöner, etwas schwüler Spätsommertag kündigte sich an. Ich wohnte mit meiner Familie in Potomac im Bundesstaat Maryland. Auf meiner halbstündigen Fahrt ins Büro in Washington wurde plötzlich als Sondermeldung im Autoradio durchgegeben, dass ein kleineres Flugzeug in einen der Türme des World Trade Centers gekracht war. In dem Moment war mir noch nicht klar, wie bedeutsam dieser Tag noch werden sollte. Die beiden Türme mit vielen unschuldigen Opfern existierten bald nicht mehr, und der Rauch des brennenden Pentagons war stundenlang deutlich sichtbar. Polizei-Sirenen und permanente Helikopterflüge über der Stadt prägten diesen Tag. Normales Arbeiten war nicht mehr möglich, weil nur mehr die Live-Berichterstattungen von allen verfolgt wurde. Als ich dann verspätet am Abend wieder nach Hause zurückkehrte, waren die USA ein anderes, total verunsichertes Land geworden. Diese Verunsicherung war der Ausgangspunkt einer Politik, die zuerst einen extremen Patriotismus generierte und recht bald danach jahrelange Kriege in Afghanistan und im Irak auslöste. Kriege, die weitere Hunderttausende Menschen das Leben kosteten und den Beginn einer ständig steigenden Rücksichtslosigkeit der USA gegenüber der restlichen Welt auslösten. Donald Trump ist wohl die Krönung dieser Entwicklung. Der 11. 9. 2001 war somit definitiv kein Tag wie jeder andere.
Martin Krämer, per E-Mail
Erschienen am So, 13.9.2026
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