Zwei Tage Zukunft – und am Ende ein Wunschzettel vom Küniglberg. Noch vor Bablers ORF-Zukunftsforum zündete die ÖVP mit der Forderung nach Abschaffung der Haushaltsabgabe und Budgetfinanzierung den „Sprengsatz“. Babler verteidigte den ORF-Beitrag. Es folgten unzählige Teilnehmer, Arbeitsgruppen und Reformversprechen. Ausgerechnet zentrale Anliegen der privaten Medien fanden kaum Eingang in die Ergebnisse, während Kletterer, Sänger, Kabarettisten und Fußballer im Rampenlicht standen. Viel Bühne und Blabla und am Ende Möglichkeiten ohne Ende für den ORF. Während der Gebührenzahler brav weiterzahlt, bekommt der ORF noch mehr digitale Freiheit: Online-only (nur digital verfügbar, Anm.), Online-first (zuerst im Internet abrufbar, Anm.) und ein eigener KI-Auftrag sollen möglich werden. Für private Medien, die jeden Euro selbst erwirtschaften müssen, ist das keine Kleinigkeit. Ein mit Zwangsbeiträgen finanzierter Medienriese kann den Markt mit Gratisangeboten fluten, während andere ums Überleben kämpfen. Wer abkassiert, darf den Wettbewerb nicht gleichzeitig erdrücken. Am Küniglberg träumt man von neuen Spielräumen – draußen im Land wird bei der Versorgung zurückgefahren. Kleinsendeanlagen werden abgeschaltet, während zugleich eine verlässliche, ungekürzte Finanzierung verlangt wird. Bei den Luxus-Gagen bleibt Sparen hingegen ein Fremdwort. Mehr Narrenfreiheit, mehr Geld und weniger Versorgung. Das ist keine Reform, das ist Schönfärberei! Österreich braucht keinen ORF, der immer größer und mächtiger wird. Es braucht einen transparenten, schlanken und fairen öffentlich-rechtlichen Rundfunk – mit klaren Grenzen, schnellen Nachrichten und sofortigem Live-Einstieg, wenn es wirklich darauf ankommt – statt medialem Größenwahn. Erst muss aufgeräumt, dann über mehr Geld geredet werden. Reformversprechen gibt es genug, aber noch längst keinen neuen Morgen. „Zeit im Bild“ sieht anders aus.
Alessandro Ferrari, Wien
Erschienen am So, 13.9.2026
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