Tausende Menschen, die meisten in Tracht, strömten letztens zum Altausseer Kirtag, um zu feiern, diese Zeit zu genießen, und sich zu amüsieren. Unter diesen Menschen war auch die Außenministerin Meinl-Reisinger, auch sie in (dieses Mal nicht in ukrainischer) Tracht. Sie durfte im Festzelt, sicherlich zum Gaudium des Publikums, vor der Musikkapelle mit dem Dirigentenstaberl herumfuchteln. Das dürfte auch sie persönlich sehr gefreut haben. Nachher setzte sie zu einer Rede an, die allerdings nicht ausnahmslos gut ankam; es gab Pfiffe und Buhrufe von einem Teil der Zeltgäste. Sie reagierte darauf so: „. und jetzt hörts mal auf!“ Nachher ließ sie verlauten, dass die Störaktion einer „Handvoll FPÖler“ nicht gelungen sei. Nur – es war keine „Handvoll FPÖler“, die ihr Missfallen zum Ausdruck brachte. Es war, wie sich herausstellte, eine große Gruppe, die auf Polterabend-Tour unterwegs war, und der Rede der Außenministerin nichts abgewinnen konnte. Und jetzt stellt sich die Frage: Wie wäre es mit einer Entschuldigung der Außenministerin? Denn „einfach so“ einer Gruppe Menschen zu unterstellen, FPÖler zu sein und für ungehörigen Wirbel wegen der Rede der Außenministerin zu sorgen, ist unverschämt. Eigentlich wäre auch eine zweite Entschuldigung fällig; bei den Polterern. Denn vielleicht sind die (oder einige von ihnen) gar nicht darüber erfreut, für eine für Wirbel sorgende Handvoll FPÖler gehalten zu werden.
Josef Höller, per E-Mail
Erschienen am Fr, 11.9.2026
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