Wer vor drohender Unfinanzierbarkeit der öffentlichen Gesundheitsversorgung warnt, wird der Schwarzmalerei bezichtigt. Jetzt aber schlägt der Budgetdienst des Parlaments Alarm, denn die Gesundheitsausgaben wachsen deutlich stärker als Österreichs Wirtschaftsleistung. Zwischen 2015 und 2024 schnellten die Aufwendungen für diesen Bereich um 60 Prozent in die Höhe, das Bruttoinlandsprodukt hingegen nahm nur um 44 Prozent zu. Beispielhafter Blick zu den KH-Ambulanzen. Hier führt uns der besagte Budgetdienst eine drastische Kostensteigerung vor Augen: Während die Ausgaben für den stationären Sektor im besagten Zeitabschnitt um „nur“ 53,4 Prozent stiegen, explodierten sie bei der spitalsambulanten Versorgung gleich um 143,5 (!) Prozent. So entpuppt sich die versprochene Ambulanz-Entlastung durch massenhafte Errichtung von Primärversorgungszentren als Märchen. Zur Erinnerung: Diese Einheiten gibt es seit 2015. Ob es der entscheidungsschwachen Dreierkoalition gelingt, den unkontrollierten Ansturm auf unsere Ambulanzen abzufangen, ist mehr als fraglich.
Dr. Wolfgang Geppert, Wien
Erschienen am Fr, 11.9.2026
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