Nachfolger gesucht

Ex-Boss Winkler abgetaucht! Dem VSV droht das Ende

Eishockey
10.09.2026 21:59

Eine Woche vor Meisterschaftsstart der große Knall in Villach! Geschäftsführer Martin Winkler suchte das Weite, jetzt muss der Klub die Scherben aufräumen. Ausständige Spielergehälter und Finanz-Troubles setzten dem Klub arg zu. Obmann Manfred Herzog brach extra den Italien-Urlaub ab, macht jetzt einen Kassasturz. Es wird dringend ein neuer Geschäftsführer gesucht. Der Test gegen Augsburg findet am Freitag statt.

Der VSV-Karren wurde komplett an die Wand gefahren! Droht jetzt der Totalschaden? In einer Woche sollten die Adler in die ICE-Liga-Saison starten – nun steht das Vorhaben auf tönernden Füßen. Vor zwei Wochen kündigte Geschäftsführer Martin Winkler (2022 von VSV-Finanzvorstand Andreas Schwab und Vorstandssprecher Gerald Rauchenwald übernommen) seinen Rückzug an, am Mittwoch hat er sein Amt mit sofortiger Wirkung zurückgelegt. Und seitdem überschlagen sich die Ereignisse, immer mehr Details kommen ans Licht.

„Ex“ Martin Winkler (li.) und VSV-Obmann Manfred Herzog.
„Ex“ Martin Winkler (li.) und VSV-Obmann Manfred Herzog.(Bild: Bernd Stefan)

Große Schuldenlast
Dem VSV droht sowieso der Finanz-Kollaps. Obwohl in vielen Interviews beteuert wurde, „schuldenfrei“ zu sein. So gibt es nebenbei ein laufendes Verfahren mit Finanzamt, ÖGK und möglicher Rückzahlungen für Corona-Hilfen – eine Schuldenlast von fast zwei Millionen Euro, es gilt die Unschuldsvermutung.

Hilfe verweigert
Bereits im Jänner 2026 war die Liga alarmiert, hat dem VSV Hilfe angeboten. Dies hat Winkler damals dezidiert verweigert. Dass jetzt die ICE-Liga für den Klub einspringt, steht nicht zur Debatte. „Das lassen die Statuten gar nicht zu“, heißt es aus Liga-Kreisen.

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Es ist auch für uns ein überraschender Rücktritt zu einer denkbar ungünstigen Zeit. Wir machen einen kompletten Kassasturz.

VSV-Obmann Manfred HERZOG

Sumpf trockenlegen
Zum Handkuss kommt dabei Manfred Herzog (VSV-Obmann erst seit Mai). „Es ist auch für uns ein überraschender Rücktritt zu einer denkbar ungünstigen Zeit“, erklärt der Apotheken-Besitzer, der sofort seinen Italien-Urlaub abgebrochen hat. Am Freitag in Villach will er bereits in ersten Terminen den Sumpf trockenlegen.

„Machen Kassasturz“
Gehälter sollen ausständig sein, von Spielern, Trainern sowie von Angestellten. Dazu viele offene Rechnungen. Die letzten drei Jahre werden neu aufgerollt: „Wir machen einen kompletten Kassasturz.“

„Wollen weitermachen!“
Eine Krisensitzung berief am Donnerstag die ICE-Liga ein. Dort wurde in einem Gentlemen’s Agreement festgehalten, keine VSV-Cracks abzuwerben. Und: „Der Start ist für den VSV genehmigt, weil finanziell und strukturell alles erfüllt, die Bankgarantie hinterlegt wurde. Wir hoffen, dass der VSV all seine Probleme bewältigen kann“, sagt Liga-Manager Christian Feichtinger.

Und auch Herzog betont klipp und klar: „Wir wollen weitermachen! Zuerst müssen wir uns natürlich ein Bild verschaffen. Wir suchen einen Geschäftsführer für den Profi-Betrieb, für die GmbH.“

Sorgen bei der Stadt
Tiefe Sorgenfalten herrschen auch bei der Stadt Villach: „Wir verlangen vollständige Transparenz. Der erste Schritt muss daher jetzt sein, dass die GmbH des VSV für umfassende Klarheit sorgt“, erklären Bürgermeister Günther Albel sowie die Stadträte Erwin Baumann und Christian Pober in einer gemeinsamen Aussendung.

Vorerst darf die blau-weiße Kapelle also weiterspielen. Der Test des VSV am Freitag gegen Augsburg (19.15) ist hoffentlich wohl nicht der allerletzte Auftritt der Villacher. . .

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