In Sachsen-Anhalt ist die Wahl geschlagen, und der eindeutige Sieger heißt – ob es einem nun passt oder nicht – AfD, mit dem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. Und genau jetzt geht der ,,Kampf ums Leiberl“ erst richtig los. Es wird gestritten, verbal attackiert und teils vulgär übereinander hergezogen. Fast jeder Protagonist scheint zu glauben, die Demokratie exklusiv für die eigene Partei gepachtet zu haben. Dass dieses Verhalten das genaue Gegenteil von gelebter Demokratie ist, ist den Beteiligten offenbar gar nicht bewusst, oder sie wollen es schlichtweg nicht wahrhaben. Genau das gleiche Szenario haben wir in Österreich, wir erleben es noch heute: Da wird gestritten und gemauschelt, dass sich die Balken biegen. Hier wie dort wird jegliche Fairness über Bord geworfen. Nun stelle ich mir die Frage: Warum ist es Politikern nicht möglich, wie faire Athleten zu agieren? Im Sport akzeptiert man eine Niederlage mit Anstand und Respekt vor dem Sieger. Man analysiert die eigene Leistung und versucht, durch fleißige Arbeit beim nächsten ,,Spiel“ besser zu sein. In der Poli-tik würde das bedeuten: Nicht gegen den Mitbewer-ber oder „am Volk vorbei“ zu agieren, sondern FÜR das Volk zu arbeiten. Mit Ideologie allein gewinnt man keine Spiele, wenn die Leistung nicht stimmt. Doch die meisten Politiker haben anscheinend nie gelernt, wie man mit Niederlagen umgeht.
Josef Pratsch, Angern
Erschienen am Fr, 11.9.2026
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