Es ist schon interessant, was der E-Control-Chef so von sich gibt. Schuld am hohen Strompreis seien die Netzkosten, und wer mehr verbraucht, sollte auch mehr zahlen. Also nicht die hohen Weltmarktpreise sind schuld, sie sinken ja auch in letzter Zeit, sondern das Netz. Wenig verwunderlich, aber es bedarf aus meiner Sicht schon einer Korrektur. Üblicherweise sinkt ja der Preis, wenn man mehr kauft. Bei den Netzbetreibern ist es offenbar genau umgekehrt. Und das ist nicht nachvollziehbar. Für alle jene, die in nahe gelegenen Bereichen beliefert werden, rechnet sich das Netz allemal. Und es wurden in der Vergangenheit teils riesige Gewinne erzielt. Die sind aber in den jeweiligen Landesbudgets verschwunden. Nun geht es an den Netzausbau, weil ja immer mehr zum Stromverbrauch durch Elektro-Kfz, Wärmepumpen und dergleichen aufgerufen werden – und schon wird wieder erhöht. Und nicht die Gewinne werden zum Ausbau des Netzes verwendet, der Kunde wird zur Kasse gebeten. Und von den zukünftigen Gewinnen profitieren wieder die Landesbudgets. Und so schließt sich der Kreis. Ich heize mit Strom aus 100% österreichischer Wasserkraft und einem Kachelofen. An sich eine ökologische Form des Heizens. Dafür werde ich in Form von hohen Netzkosten belohnt – vielen Dank! Ein einzelnes Wochenendhaus mit wenig Verbrauch, dafür aber hohen Kosten für den Ausbau zahlt vergleichsweise wenig. Und die Kosten für den Netzausbau sind im Hinblick auf die künftigen Gewinne allemal nicht über die Kunden zu finanzieren. Es sei denn, man will doppelt und dreifach verdienen. Nur soll es dann wenigstens als das verkauft werden, was es ist – ein Raubzug durch die Geldbörsen der Kundinnen und Kunden. Und ein Anbieterwechsel, von der E-Control immer wieder nach dem Motto „selbst schuld, wer zu viel zahlt“ zynisch angepriesen, lohnt sich aufgrund der stets steigenden Netzkosten nur sehr eingeschränkt.
Harald Koller, Sitzenberg-Reidling
Erschienen am So, 6.9.2026
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