Man konnte sich also – spät, aber doch – auf die dringend notwendige Hilfe für die von der Dürre geplagten Bauern einigen. Ob diese ausreichend sein wird, darüber scheiden sich die Geister. Doch sei es gestattet, eines anzumerken. Ganz unschuldig, jetzt einmal abgesehen vom fehlenden Niederschlag, sind die Bauern und Weinbauern, zumindest deren Väter und Großväter, an der Misere nicht. Allzu fleißig und gedankenlos hat man in den 1950er- und 1960er-Jahren mit Drainagierung bzw. Trockenlegung von Feuchtgebieten zur Landgewinnung zu der jetzigen Situation nicht unwesentlich beigetragen. Ich habe noch die wunderschönen Fleckchen im Umland von Baden, wie Biotope, wo sich noch Frösche tummeln durften, und erfrischende kleine Wasserläufe wie auch Wiesen, die noch Blumenmeere waren, vor Augen, die man ohne Not wenig attraktiven Ackerflächen und Weingärten opferte. So wurde es traurigerweise in fast allen Gemeinden gehandhabt und die politischen Vertreter waren auch noch mächtig stolz darauf. Selbst jetzt, wo der Hut und nicht nur der brennt, wehren sich die Standesvertretungen noch vehement gegen die dringend notwendige Renaturierung. Nur diese aber bedeutet die Rückkehr zur stabilen und damit klimafitten Landschaft. Auch Wälder bleiben so nutzbar und sind robuster gegen Trockenheit, Krankheiten sowie Schädlingsbefall, wie z. B. den Borkenkäfer. Nicht zuletzt spielen die vom Biber geschaffenen Feuchtgebiete eine wesentliche Rolle, sie werden quasi zur natürlichen Klimaanlage. Es wird Wasser gehalten, das Grundwasser steigt, Hochwasser wird gebremst und die Erosion der Uferbereiche verhindert. Lasst also den Biber mithelfen und seine unersetzliche sowie enorme Kosten sparende Renaturierungsarbeit ungestört verrichten. Wo das aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, sollte an Umsiedelung und nicht an „Entnahme“ gedacht werden. Wir alle brauchen die Natur, der Mensch sollte immer mit ihr und nie gegen sie arbeiten, es gibt auf lange Sicht nichts dabei zu gewinnen, ganz im Gegenteil. Ein wenig in die Zukunft und nicht nur an den unmittelbaren Profit zu denken, wäre ein Anfang.
Eva Schreiber, per E-Mail
Erschienen am Di, 1.9.2026
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