Das freie Wort

Kanada zeigt klare Haltung

Die bisherige Amtszeit von Donald Trump ist ein einziges Fiasko. Den Ukraine-Krieg wollte der Maulheld binnen 24 Stunden beenden. Seine Interventionen im Iran sind vollumfänglich gescheitert. Die berüchtigte Straße von Hormus, bis vor wenigen Monaten noch gänzlich unbekannt, ist erst durch den US-Präsidenten zum weltweiten Problemfall geworden. Über die Öffnung der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge hat Trump, so scheint es, keinen Einfluss mehr. Der Iran hat hier längst das Kommando übernommen. Eine weitere Farce sind seine weltweiten Strafzölle. Zuletzt hat es Kanada erwischt. Im Gegensatz zur Europäischen Union hat Kanada aber eine sofortige Reaktion gezeigt. Der dortige Premierminister Mark Carney hat dem Zollvertrag von Trump keine große Beachtung geschenkt und kontert mit gleichen Zöllen. Während der US-Präsident Europa nach Lust und Laune schikanieren kann, zeigt Kanada sofort eine klare Haltung. Trump versteht nur eine Sprache, und dementsprechend zeigt Mark Carney hier Rückgrat. In Europa hingegen bedankt sich Ursula von der Leyen noch dafür, dass sie mit den Zöllen über den Tisch gezogen wurde. Trump wird teilweise selbst überrascht sein, was er mit der Europäischen Union so alles anstellen kann. Und vor allem darüber, was ihm dann entgegenschlägt: nämlich nichts! Man lässt sich alles gefallen und wundert sich dann, wenn ständig wiederkehrende Demütigungen stattfinden. Kanada stellt sich dem erratischen US-Präsidenten entgegen. Und bisher war es meistens so, dass Trump bei entsprechender Gegenwehr sehr schnell von seinem Weg abgekommen ist.

Wolfgang Knapp, Höfen-Tirol

Erschienen am So, 30.8.2026

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