Ein großes Dankeschön an Maggie Entenfellner für ihr unermüdliches Engagement für den Tierschutz. Sie macht immer wieder auf Fälle aufmerksam, die sonst vielleicht nie die Öffentlichkeit erreichen würden. Doch genau das sollte uns zu denken geben: Wenn solche Fälle bekannt werden, stellt sich unweigerlich die Frage, wie viel Tierleid noch immer unentdeckt bleibt. Denn trotz verstärkter Kontrollen gibt es offenbar nach wie vor zu viele Tiere, die unter schlechten Haltungsbedingungen, Vernachlässigung oder sogar schwerer Tierquälerei leiden müssen, ohne dass rechtzeitig eingegriffen wird. Der Vollzug bestehender Tierhalteverbote muss daher wesentlich rigoroser erfolgen. Ein ausgesprochenes Tierhalteverbot darf kein zahnloses Instrument sein. Wer nachweislich nicht in der Lage oder nicht willens ist, Tiere artgerecht zu halten, darf nicht einfach wieder Tiere anschaffen können. Gleichzeitig brauchen wir noch mehr Kontrollen, insbesondere dort, wo viele Tiere gehalten werden. Dafür müssen die zuständigen Behörden von der Politik auch mit ausreichend Personal und finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Denn Tierschutz darf nicht daran scheitern, dass für notwendige Kontrollen schlicht die Zeit oder das Personal fehlt. Und schließlich muss auch bei den Strafen nachgeschärft werden. Wie Politikerin Susanne Rosenkranz aus NÖ richtigerweise fordert, braucht es eine Anhebung der Mindest- und Höchststrafen bei Tierquälerei. Schweres Tierleid darf nicht mit Strafen geahndet werden, die kaum abschreckende Wirkung haben. Ein starkes Tierschutzgesetz ist wichtig. Aber das beste Gesetz nützt wenig, wenn es nicht konsequent kontrolliert und durchgesetzt wird. Tierleid zu verhindern bedeutet nicht nur, Missstände aufzudecken. Es bedeutet vor allem, dafür zu sorgen, dass sie gar nicht erst entstehen – und diejenigen, die Tiere quälen oder trotz eines Tierhalteverbots weiterhin Tiere halten, die Konsequenzen auch tatsächlich spüren.
Hans-Martin Praprotnik, St. Kanzian am Klopeiner See
Erschienen am Do, 27.8.2026
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