Derzeit gehen Männer bei uns durchschnittlich mit 62,5 Jahren und Frauen mit 60,9 Jahren in Pension. Kein Wunder, dass unter anderem ÖVP-Finanzsprecher Andreas Ottenschläger dem heimischen System eine Reform verpassen will. Für besondere Gruppen, so seine Ansicht, werde man zukünftig das Pensionsantrittsalter erhöhen müssen. Auch Parteikollegin und Seniorenbund-Chefin Ingrid Korosec denkt an eine Erhöhung. Ihre Einschränkung: Als Grundlage dafür dürfe nicht das Geburtsdatum herangezogen werden. Geht es nach dem Willen der beiden ÖVP-Politiker, so haben zum Beispiel Akademiker zukünftig länger zu arbeiten. Klartext: Berufsjahre sind das neue ÖVP-Wertmaß. Das wäre eine Hacklerregelung in neuer Form. Für Korosecs Gegenspielerin Birgit Gerstorfer (SPÖ) hingegen gilt das Rütteln am Pensionsantrittsalter als sozialdemokratische Todsünde. Auf diesem Gebiet besteht eine Gesinnungsgemeinschaft mit den Freiheitlichen. Blick in die Zukunft: Dank FPÖ & SPÖ werden die Menschen bei uns auch zukünftig um fünf bis zehn Jahre früher in Pension gehen als in den Nachbarländern. Hoffentlich erinnern wir uns dann noch an die viel gescholtenen Neos. Sie forderten seit Parteigründung eine ans Lebensalter gebundenen Anhebung. Vergeblich!
Dr. Wolfgang Geppert, Wien
Erschienen am Do, 30.7.2026
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