Bei aller Wertschätzung, aber was Seniorenbundchefin Ingrid Korosec zur Erhöhung des Pensionsalters verkündet, geht völlig am Kern der Diskussion vorbei. Wenn eine Pensionistin mit weit über 80 Jahren eine Erhöhung des Pensionsalters andenkt, erinnert das an dieselbe Problematik wie bei der Wehrdienstverlängerung, wo ausschließlich Personen diskutieren und entscheiden, die entweder niemals wieder vom Thema betroffen sein werden oder zur weiblichen Hälfte der Bevölkerung gehören. 45 Jahre sind genug! Wir brauchen keine weitere Erhöhung des Pensionsalters, sondern altersgerechte Arbeitsbedingungen, welche dazu führen, dass Menschen bis zum gesetzlich vorgesehenen Alter arbeiten. Oft werden ältere Mitarbeiter von Firmenchefs aufs Abstellgleis geschoben, weil sie „zu teuer“ sind. In der Realität wird von Arbeitgebern nach Möglichkeiten gesucht, Ältere in die Frühpensionen zu drängen, statt die Erfahrung zu nutzen und Mitarbeiter bis zum gesetzlichen Pensionsantritt zu beschäftigen. Bei einem derartigen Umgang mit Beschäftigten ist es nicht verwunderlich, wenn viele Menschen vorrangig daran denken, bei der ersten Möglichkeit in die Pension zu flüchten. Warum beschäftigen sich Experten, Arbeitgeber und Regierung nicht seriös damit, wieso viele Arbeitnehmer nicht einmal die gesetzliche Pension mit 65 Jahren schaffen? Schon jetzt gibt es viele Arbeitnehmer in schweren Berufen, welche aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zum gesetzlichen Pensionstermin durcharbeiten können. Es fehlen oft entsprechende Rahmenbedingungen für Mitarbeiter mit Problemen, um wenigstens das gesetzliche Pensionsalter zu schaffen.
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