Da haben sich die Experten Monate Gedanken gemacht, wie das Heer von morgen aufgestellt sein soll. Dann wird der Bevölkerung und der Politik ein 8+2-Modell als jenes, welches für Österreich am geeignetsten wäre, vorgestellt, und was macht die Politik – sie setzt sich über die Expertise hinweg und es beginnen Diskussionen über ein bisschen mehr oder weniger, aber keine Diskussion über die Aufgaben. Dass mit der Wehrdienstreform auch die inhaltliche und zeitliche Ausrichtung des Zivildienstes überlegt werden muss, versteht sich von selbst. Nach fast 7-monatigem 3er-Pingpong wird keine Wehrdienstreform, sondern, wie in Österreich üblich, ein halbseidener Kompromiss mit „6+3“ präsentiert. Bei der Pressekonferenz hat sich Herr Babler wieder besonders hervorgetan. Er rühmt den Kompromiss mit mehr Vergütung und ein paar Tagen Urlaub beim Bundesheer. Da bleibt einem fast das Gehirn stehen. Entweder hat Herr Babler die Notwendigkeit der Reform nicht erkannt oder er war auf einer anderen Veranstaltung. Für Herrn Babler stellt sich die Frage, ob er der Aufgabe wirklich gewachsen ist. Und für die SPÖ bleibt nur mehr ein „Quo vadis?“.
Klaus Gissing, Gratwein-Straßengel
Erschienen am Mi, 29.7.2026
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