Nachdem wir zur Eröffnung der Salzburger Festspiele gehört hatten, wenn wir uns keine Karten für div. Vorstellungen leisten können, hätten wir beim Public Viewing am Kapitelplatz die Möglichkeit, uns kostenfrei alles anzusehen, hat die Rede der Belarussin Maria Kalesnikava echt Eindruck hinterlassen. Die Künstlerin hat wirklich authentisch, ehrlich und berührend gesprochen. Unsere Politiker ergingen sich leider in üblichen Phrasen. Salzburgs Landeshauptfrau Edtstadler sprach von „Luxusproblemen“, die wir Österreicher hätten (selten so gelacht), Vizekanzler und Kulturminister Babler verhaspelte sich während seiner Rede wie üblich mehrmals und hatte Probleme mit der Aussprache der ausländischen Künstlernamen. Er sprach von kühlem Kopf und warmem Herzen. Dieses Thema ist wahrscheinlich so ausgelaugt, dass sogar Außenministerin Meinl-Reisinger sich lieber mit ihrem Handy beschäftigte, als aufmerksam zuzuhören. Schlussendlich erklärte uns BP Van der Bellen, dass es keine „österreichischen Dialekte“ gäbe, sondern nur „Zweitsprachen“. Er gab ein paar tirolerische Redewendungen zum Besten und stellte fest, dass die Hitzewelle von 40 Grad ihm und seinem Hund zu viel sei. Das alles vor erwachsenen Menschen, nicht vor Schülerklassen. Ehrlich vermisst hat man die Aufforderung zur Freude an der Kultur. Das Orchester war wirklich großartig. Die Stücke, die gespielt wurden, waren für Kenner ein Höhepunkt, erzeugten aber beim gemeinen Publikum sicher nicht große Freude an der Musik. Alles in allem eine Eröffnung der Festspiele wie immer, und alle waren wieder einmal unter sich.
Beatrix Jedlicka, Marchegg
Erschienen am Di, 28.7.2026
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