Während man der Bevölkerung täglich erklärt, wie notwendig Sparmaßnahmen seien, wie „der Gürtel enger geschnallt“ werden müsse und dass für vieles plötzlich kein Geld mehr da ist, gönnt sich die Politik offenbar ihre ganz eigene Realität. Da reist man nicht einfach – nein, man fliegt gleich mit einer ganzen Entourage über den Atlantik. Mitarbeiter hier, Begleiter da, und natürlich darf das passende Rahmenprogramm nicht fehlen. Bezahlt wird das Ganze – wie könnte es anders sein – vom Steuerzahler. Also genau von jenen Menschen, die man gleichzeitig zum Sparen erzieht. Ist das noch Realitätsbezug oder schon blanke Selbstbedienung? Die Botschaft, die hier ankommt, ist jedenfalls eindeutig: Verzicht ist etwas für die anderen. Für die Bürger gelten Sparpakete, steigende Belastungen und mahnende Worte. Für die Politik hingegen offenbar großzügige Reisekassen und erstaunlich dehnbare Notwendigkeiten. Vielleicht sollte man den Verantwortlichen einmal erklären, was sie uns seit Jahren predigen: Man kann nur das ausgeben, was man auch hat. Oder gilt diese Regel etwa nur für das Volk?
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