Wenn die Koalitionspartner das einzig Gemeinsame – den Kampf gegen Kickl – ernst nähmen, würden sie unter Hintanstellung ihrer eigenen Parteiideologien die wirklichen Probleme zügig und gemeinsam angehen. Die FPÖ hält laut Umfragen derzeit bei ca. 35%, und es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Herrn Kickl der Sprung knapp über 50% gelingen würde. Die einzige Strategie sollte also sein, die nötigen Reformen ohne Rücksicht auf eigene Parteiideologien voll anzugehen bzw. umzusetzen und so abzuwarten, was bei der nächsten Wahl geschieht. Einen Volkskanzler Kickl könnte nur die ÖVP ermöglichen. Dass die aber Koalitionsavancen an die Blauen macht, wäre beim aktuellen Umfragestatus mit dem Verlust des Kanzlersessels verbunden, und da bleibt man doch lieber Kanzlerpartei einer Mehrparteienkoalition, oder? Also: Keine Angst vor Reformen, auch wenn dabei jeder mehr oder weniger über seinen eigenen Schatten springen muss. Ich bin optimistisch, dass ihnen das die Wähler letzten Endes danken würden!
Günter Braun, Wien
Erschienen am Mi, 24.6.2026
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