Bruno Haberzettl hat in der „Krone bunt“ treffend illustriert, wie sich manche Österreicher die militärische Landesverteidigung vorstellen. Zu sehen ist ein Soldat als Drohnenpilot in der grünen Natur an der Staatsgrenze, der eine Aufklärungsdrohne zum Transport einer Bierkiste missbraucht. Ausrangierte Panzer symbolisieren, dass Kampfpanzer und ähnliche Waffensysteme für die Landesverteidigung nicht mehr benötigt werden. Wir findigen Österreicher stellen einfach eine Tafel mit dem Hoheitsabzeichen an der Staatsgrenze auf. Schließlich sind wir neutral, da greift uns niemand an. Außerdem umgeben uns nur Freunde, die ähnlich denken wie wir. Das moderne Bedrohungsbild unter Nutzung von Killerdrohnen und KI-gestützten Waffensystemen interessiert die Politik nicht. Das Motto der Landesverteidigung lautet: „Was wir an Waffen nicht haben, darf auch der potenzielle Aggressor nicht besitzen – und für ein paar Spaziergänge an der Staatsgrenze reichen sechs Monate Wehrdienst.“ Die Regierung ist ahnungslos, uneinig und verkennt die geopolitische Sicherheitslage in Europa. Eine Entscheidung über die Wehrdienstreform wird auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben. Die strategische Hauptaufgabe des Österreichischen Bundesheeres lautet jedoch: „Kriegsverhinderung durch Verteidigungsbereitschaft“.
Kurt Gärtner, Wels
Erschienen am Mi, 17.6.2026
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