Mit wachsendem Unbehagen zeigt sich eine strukturelle Schieflage: Während Bürger im Alltag und Beruf persönlich für ihr Handeln haften, scheint diese Logik in der Politik weitgehend außer Kraft gesetzt. Die Kosten ökonomisch defizitärer oder politisch ineffizienter Entscheidungen werden kollektiv getragen, die individuellen Vorteile politischer Ämter bleiben hingegen privat. Ein Handwerker haftet für mangelhafte Arbeit, ein Angestellter für Fehlentscheidungen. In der Spitzenpolitik hingegen bleiben selbst gravierende Fehlleistungen oft folgenlos. Milliardenverluste an Steuergeldern durch offenkundige Fehlentscheidungen führen selten zu persönlicher Rechenschaft. Rücktritte werden zudem durch Übergangsgelder und gesicherte Pensionsansprüche abgefedert – mit wachsender Distanz zur Lebensrealität der Bevölkerung. Wo persönliches Risiko fehlt, sinkt der Anreiz zur Sorgfalt. Verantwortung ohne spürbare Konsequenzen untergräbt das Vertrauen in staatliche Institutionen und beschädigt die demokratische Kultur. Gerade jene, die weitreichende Entscheidungen für die Allgemeinheit treffen, dürfen von dieser grundlegenden Pflicht nicht ausgenommen sein. Politische Macht muss untrennbar mit persönlicher Verantwortung verbunden bleiben. Die bestehende Haftungslücke ließe sich verkleinern, ohne staatliches Handeln zu lähmen: durch eine präzisere und konsequent angewandte Regelung der Haushaltsuntreue, durch die Kürzung von Pensionsansprüchen bei nachweislich grobem Fehlverhalten sowie durch eine substanzielle Stärkung unabhängiger Kontrollorgane wie der Rechnungshöfe.
Dr. Josef Richard Skumautz, Villach
Erschienen am Mo, 27.4.2026
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