Das freie Wort

Social-Media-Verbot

Ja, bitte – und zwar sofort. Überall sieht man sie. „Smombies“, wohin das Auge reicht. Aufgefädelt auf Bänken oder in Zügen, den Kopf geneigt, dieses kleine viereckige Teil mit leeren starren Blicken fixierend. Mit dem Daumen drüberstreichen, als hätte er keine andere Aufgabe. Rundherum die Welt vergessen, kein Augenkontakt, keine Interaktion, keine Orientierung, wenn sie die Straßen mit dem Handy in der Hand entlangschlendern. Die eigentliche Fürchterlichkeit daran ist, dass die Benutzer immer jünger werden und man kaum noch adäquate Unterhaltungen der Kinder und Jugendlichen (oder auch der Erwachsenen) hören kann, wenn man sich bewusst in der heutigen Welt umsieht. Da auch die generelle Digitalisierung alltäglicher Dinge, Radikalisierungs-Tendenzen sowie gefährliche Challenges auf TikTok und Co. weiterhin ins mittlerweile Unermessliche steigen, hoffe ich inständig, dass dieses geplante Verbot unter 14 Jahren – von mir aus unter 16 Jahren – mit baldiger Wirkung umgesetzt wird, und zwar bevor mein Kind heuer acht Jahre alt wird – mit der Hoffnung, dass sich dies in den jungen Altersgruppen somit in den nächsten Jahren als normal etablieren wird. Kinder haben das Recht, bar zu zahlen, mit eigenen Händen und den Sinnen zu spielen, aktive Kommunikation lernen zu können sowie Gefühle außerhalb von Likes kennenzulernen. Die digitale Welt kommt schnell genug. Social Media war ein Phänomen, welches in seinen Kinderschuhen gut gemeint war, heute allerdings leider völlig zum Gegenteil eskaliert ist, indem es Menschen sozial, gesellschaftlich, aktiv und kreativ völlig aus der Bahn geworfen hat. Von der täglichen Reizüberflutung des Nervensystems gar nicht zu sprechen. Somit liegt es an uns und der Politik, unsere Kinder wieder auf Schiene zu bringen, bis sie mit der digitalen Welt hirnentwicklungstechnisch mithalten und somit im Endeffekt passend damit umgehen können.

Karin Moser, St. Pölten

Erschienen am Fr, 30.1.2026

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