Während sich die Republik alljährlich in Sonntagsreden selbst feiert, platzte Sir Christopher Clark in die Hofburg wie ein unbequemer Gast auf einer allzu selbstzufriedenen Geburtstagsfeier: Statt Blumen gab’s kalte historische Fakten, statt Applaus betretenes Husten. Sein Hinweis, dass 1945 keineswegs die Geburtsstunde einer strahlenden Demokratie war, sondern eher der Versuch, aus einem explodierten Haus noch ein halbwegs bewohnbares Zelt zu basteln, war eine höfliche, aber krachende Ohrfeige für all jene, die Geschichte lieber in Disney-Versionen erzählen. Dass Clark damit in der Hofburg für „Aufsehen“ sorgte, sagt leider mehr über das aktuelle Geschichtsbewusstsein als über ihn selbst. Man hätte ihm fast wünschen mögen, eine Powerpoint-Folie einzublenden: „Spoiler: Geschichte ist keine Wohlfühl-Serie.“ In einer Zeit, in der viele wieder glauben, Staaten und Demokratien seien Naturgesetze wie die Schwerkraft, war Clarks Erinnerung daran, dass alles auch ganz anders hätte ausgehen können, nicht nur historisch korrekt, sondern eine äußerst notwendige Bremsprobe für die kollektive Selbstzufriedenheit.
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