Das freie Wort

Wirbel um Zelenskij

Vor ein paar Tagen gab man dem ukrainischen Präsidenten aus unerfindlichen Gründen die Gelegenheit, sich in unserem Parlament wichtig zu machen. Etliche SPÖ-Abgeordnete blieben dieser Veranstaltung fern, aus gesundheitlichen Gründen oder aus Respekt vor unserer Neutralität. Einige Herrschaften hatten sogar das Rückgrat, ihre Gründe für das Fernbleiben zu nennen. Wir alle wissen, dass der gelernte Komiker aus der Ukraine seit einem Jahr vom Westen in unverschämter Manier Unmengen an Kriegsmaterial und Geld fordert. Wir wissen, dass er kürzlich sogar geächtete Waffen wie Streubomben verlangte und – falls er sie bekommen hat – diese mit Sicherheit auch einsetzen würde. Ohne Skrupel erteilt er den Befehl, die Stadt Bachmut zu halten, egal, wie viele ukrainische Ehemänner, Väter und Söhne dort täglich geopfert werden. Zonen, die in russischer Hand sind, lässt er ohne Rücksicht auf die dort lebende eigene Bevölkerung beschießen. Die Rechte der russischen Minderheit wurden schon seit Jahren mit Füßen getreten. Gewerkschaften, Opposition und Menschenrechte hat der Präsident abgeschafft. Dieser Mann ist wie Putin ein skrupelloser Kriegsherr, so einer hat in unserem Parlament nichts verloren. Nun scheint es aber so, als müssten jene Abgeordneten, welche dem Vortrag dieser zweifelhaften Gestalt fernblieben, sich auch noch dafür entschuldigen. Von der Redakteurin Schnabl „verhört“, meinte Frau Rendi-Wagner, dass sie die (eigentlich guten) Argumente für das Schwänzen der Vorstellung nicht akzeptieren könne – dies sei „nicht die Linie der SPÖ“. Es wird höchste Zeit, dass wieder jemand mit einem Gespür für Moral und Anstand die SPÖ übernimmt.

Martin Gasser, Neumarkt

Erschienen am Fr, 7.4.2023

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