Das freie Wort

Politik taucht ab

Es ist mehr als ungewöhnlich, wie gelassen und unbekümmert der Nationalrat in Krisenzeiten agiert. Während in der Ukraine der Krieg tobt, die Gasversorgung durch Russland am seidenen Faden hängt und die Corona-Zahlen längst jenseits der Zehntausendermarke liegen, gönnen sich die Parlamentarier eine Sommerpause bis Mitte September. Die extreme Teuerung bringt immer mehr Menschen in eine existenzbedrohende Situation, doch außer einmaliger Geldgeschenke hat die Politik keine Eile, rasch nachhaltige Maßnahmen gegen die Preislawine zu erarbeiten. Explodierende Migrationszahlen und die extrem hohe Zahl von Asylanträgen werden je nach Bedarf für politische Agitation eingesetzt, doch niemand will sich im Sommer ernsthaft mit Lösungen zu diesem brennenden Dauerthema beschäftigen. Alle diese Krisen scheinen unsere Parlamentarier im Nationalrat nicht davon abzuhalten, so wie jedes Jahr für Wochen in den Urlaub zu gehen. Während der einfache Arbeitnehmer im Normalfall fünf Wochen Urlaub hat, in manchen Systemrelevanten Bereichen unserer Gesellschaft derzeit gar kein Urlaub möglich ist, gönnt sich der Nationalrat diese überlange Sommerpause. In jedem Unternehmen wäre es undenkbar, dass in Krisenzeiten die Führungsmannschaft Urlaub macht und sich die Probleme und Herausforderungen durch urlaubsbedingte Inaktivität weiter verstärken. Natürlich hat auch ein Nationalrat Anspruch auf Erholungsurlaub, ob dieser in diesem überlangen Ausmaß sein muss, darüber muss und darf gerade jetzt diskutiert werden. In der seit Jahrzehnten größten Krise einfach abzutauchen und die Menschen mit den Problemen allein zu lassen, versteht niemand. Gerade jetzt ist die politische Führungscrew gefordert, den Staat sicher durch die Krisen zu führen und nicht durch wochenlange Abwesenheit die Menschen mit ihren Sorgen und Problemen allein zu lassen.

Franz Peer, Linz

Erschienen am So, 24.7.2022

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Weitere Leserbriefe
12.8.2026Datum auswählen
Hitze mit dramatischen Folgen
Laut Österreichischer Hagelversicherung haben die extremen Hitzewellen und die anhaltende Dürre Rekordschäden verursacht. Insgesamt wird die ...
Mag. Hans Rankl
„Ein paar Netsch“
Für Finanzminister Marterbauer sind es „ein paar Netsch“ (Originalton im Juli), wenn der Ukraine drei Milliarden überwiesen werden. Wenn die ...
Wolfgang Wieland
Dringende Hilfe für unsere Landwirte
Eigentlich müssten bei der Regierung längst alle Alarmglocken schrillen, aber man überlegt noch. Bitte nicht überlegen, sondern sofort handeln! ...
Barbara Holub
Der Staat soll Bauern unterstützen?
Die Bauern sind heuer unbestritten in einer schweren Krise. Dürre und Unwetter nehmen von Jahr zu Jahr zu. So anhaltend heiß war es schon ewig nicht ...
Hermann Schmitz
Unglaublich
Während für unsere dürregeplagten Landwirte und Viehzüchter, die für unsere tägliche Nahrung sorgen, laut Regierung kein Geld vorhanden ist, wird es ...
Josef Fuhrmann
Lauwarmes „Sommergespräch“
Mehr als angepasst verlief das Gespräch, besser kann man journalistische Leere der Witterung nicht anpassen. Keine einzige kritische Frage, etwa ...
Franz Libal
So ändern sich die Zeiten
„Gestern“ noch wurde Frau Gewessler von anderen Parteien, v. a. vom damaligen Koalitionspartner, verteufelt und als Verräterin beschimpft. Nur weil ...
Josef Rosenberger
Nicht Nein gesagt
Als Frau Gewessler gefragt wurde, ob sie einer Vier-Parteien-Regierung zustimmen würde, um Kickl zu verhindern, hat sie nicht Nein gesagt. So viel ...
Rudolf Kolba
Eigentlich müsste sie sich entschuldigen
Das erste ORF-„Sommergespräch“ mit Grünen-Chefin Leonore Gewessler hat deutlich gezeigt: In der Opposition lässt es sich leicht reden. Dabei waren es ...
Ingo Fischer
Nächste EU-Idee
Die EU will den Bau von Parkplätzen für Lastenräder zur Pflicht machen, das kann nur aus Brüssel kommen. Nicht nur, dass es beim Kauf der Lastenräder ...
Robert Lehmann
Lastenräder-Parkplatz
Jetzt will die EU verpflichtend Parkplätze für Lastenräder. Wenn schon eigene Parkplätze in der Stadt, dann aber mit Parkgebühr, denn sie brauchen ...
Helmut Pfeiffer
„Hundsarbeit“
AK-Präsidentin Renate Anderl von der SPÖ hat es geschafft, die Aussage von BK Stocker noch zu toppen. Die Arbeit für Kinder als „Hundsarbeit“ zu ...
Gertrud Kirschner
Putins Kanonenfutter
Nachdem der russische „Spezialoperateur“ Wladimir Putin im Ukraine-Krieg bereits Hunderttausende seiner eigenen Landsleute sinnlos verheizt hat, ...
Franz Weinpolter
Die Opfer weinen, die Täter lachen
Möglich machen das die fatalen Gerichtsentscheidungen der letzten Zeit. Ob die Gruppenvergewaltigung der 12-jährigen Anna oder die bestialische ...
Roman Schmid
Mutter eingemauert und Pension kassiert
Unbegreiflich, wie so etwas geschehen kann. Ich muss jedes Jahr eine amtlich beglaubigte Lebensbescheinigung vorlegen, damit ich weiter meine ...
Henry Voigt
Marathon.
.der Traktoren. Ich frage mich, ob Veranstalter, Teilnehmer und Zuseher des Marathons noch bei Trost sind. Wir haben extreme Hitze und Trockenheit, ...
Annemarie Senz
Pensionsantrittsalter
Pensionsexperte Univ.-Prof. Bernd Marin wurde belächelt, aber seine Worte waren schon vor 30 Jahren richtig. Nicht richtig ist, wenn z. B. Herr ...
AGR Gerhard Miko
Neues Design
Die EU möchte die Euro-Scheine mit neuen Designs ausschmücken. Offenbar haben die Damen und Herren in der EU genug Zeit und sonst keine Probleme. ...
Herbert Führer
ORF-Gehälter
Der ORF könnte endlich seine Gehälter auf den branchenüblichen Durchschnitt der Journalisten verringern. Damit wäre den Gebührenzahlern geholfen.
MMag. Paul Rittler
Familien-Arbeit
Die Aussage zur Arbeit wegen Kindern wurde zur Genüge behandelt. Männer-Meinungen wie die von Herrn Stocker haben wir zur Genüge gehört, als ...
Dipl.-Päd. Andrea Söllradl

Voriger Tag
12.8.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung