Das freie Wort

Zur Reiselust

Es wird schon länger darauf aufmerksam gemacht, dass der Klimawandel nicht mehr zu stoppen oder gar umzukehren ist. Gerade einmal reduzieren können wir die unausweichlichen Konsequenzen unseres ausschweifenden Lebensstils, aber auch nur, wenn wir uns stark einschränken und die CO2-Belastung deutlich vermindern. Das heißt also, wenn möglich, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, keine unnötigen Fernreisen unternehmen etc. Das kennt man alles. Und dann liest man z. B., dass am 12. Oktober Jeff Bezos' Selbstverherrlichungsunternehmen gleich einmal die nächsten reichen Touristen in den Weltraum befördern wird. Ist das nötig? Gilt ein Flug ohne wirkliches Ziel mit einer Rakete als öffentliches Verkehrsmittel? Vielleicht sind sie ja alle Geschäftsreisende, die nicht anders können – so wie Mirjam Weichselbraun, die für ihre Moderation von „Dancing Stars“ jede Woche von London nach Wien und dann wieder zurück fliegt. Ist das nötig? Umweltsiegel des Ministeriums für „Green Producing“ hin oder her, es ist nicht notwendig! Nicht in einer Zeit wie dieser. Nicht solange es in Österreich noch andere Menschen gibt, die vor der Kamera stehen könnten! Warum sollte man also als „Normalbürger“ darauf verzichten? Wenn einen doch die Reiselust packt und man an den tollen Vorbildern im Fernsehen sieht, wie man sich umweltbewusst verhält.

Mag. Susanne Rohrer, Perchtoldsdorf

Erschienen am Fr, 1.10.2021

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