Das freie Wort

100 Prozent erneuerbarer Strom bis 2030

.und außerdem wird Österreich frei von Atomstrom! Zumindest hörte man diese beiden Vorhaben in den letzten Wahlkämpfen! Der überwiegende Teil der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen entfällt dabei auf unsere großen Wasserkraftwerke, auf Windkraft, Fotovoltaik, Biomasse, Erdwärme und einigen Kleinkraftwerken. Der restliche Strom stammt aus Wärmekraftwerken. Das sind in der Regel Gaskraftwerke, die zum Teil auch Fernwärme erzeugen. Mehr als 10 Prozent des Strombedarfs – und der wird immer mehr – wird importiert, vorwiegend aus Deutschland und Tschechien, wahrscheinlich also Atomstrom ohne „Mascherl“! So viel ich weiß, sind wir in Österreich – nämlich der Verbund – mit allen unseren Nachbarländern direkt „verbunden“. Wir liefern an diese Nachbarn, und wir beziehen im Bedarfsfall von ihnen Strom. Unsere zuständige Ministerin Gewessler will mit allen Mitteln fossile Energie durch erneuerbare Energie ersetzen, d. h., Stromerzeugung auf Teufel komm raus, denn die „ach so reine“ E-Mobilität braucht viel Energie in Form von Strom. Unsere „Energie-Ministerin“ fördert also indirekt die Atomenergie! Nicht zu vergessen, dass wir mit unseren EU-Beiträgen auch die EU-weite Atom-Lobby und Euratom subventionieren müssen, das können selbst unsere EU-vernarrten Politiker nicht verhindern! Schließlich noch ein paar Gedanken zur Aktualität: Aus den Medien haben wir erfahren, dass die Länder Europas – und damit auch Österreich – Anfang Jänner 2021, nur knapp an einem Blackout vorbeigeschrammt sind. Der kritische Frequenzeinbruch und die Netzaufsplittung im europäischen Verbundsystem gingen von SO-Europa (Rumänien?) aus. Unser Sicherheitsnetz hat aber – Gott sei Dank – gegriffen, denn zahlreiche Kraftwerke in ganz Österreich haben sofort im „Feuerwehr-Modus“ Energie zur Netzstabilisierung nachgeliefert, vor allem aber die Gaskraftwerke in Wien und Niederösterreich. Mark Perry, das Öko-Gewissen der „Kronen Zeitung“, hat in der bunten Sonntags-„Krone“ dieses Thema ausführlich beschrieben. In diesem Zusammenhang kam auch der EVN-Sprecher Stefan Zach zu Wort. Er brachte das Problem auf den Punkt: „Österreich verlässt sich bei der Versorgungssicherheit immer stärker auf Atom- und Kohlekraftwerke in unserer Nachbarschaft.“

Mag. Anton Bürger, per E-Mail

Erschienen am So, 30.5.2021

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