Bis spätestens September werden sie Afghanistan nach fast 20 Jahren den Rücken kehren. Rund 10.000 NATO-Soldaten verlassen das Land. Die Gewalt bleibt. Der offizielle Abzug internationaler Truppen hat bereits begonnen. Und gleich aus mehreren afghanischen Provinzen werden Zwischenfälle und Gefechte gemeldet. Zivilisten und Sicherheitskräfte fallen Angriffen der militant-islamistischen Taliban zum Opfer. Und Militärstrategen rechnen mit weiteren Anschlägen. Von Sicherheit ist Afghanistan nach wie vor meilenweit entfernt. Und wird es auch in Zukunft bleiben. Das war aber auch schon vor 20 Jahren, am Beginn der „Resolute Support-Mission“ klar. Der jetzt in die Gänge kommende Rückzug aus einem Land, das wohl nie wirklich zur Ruhe kommen wird, ist in gewisser Weise nichts anderes als die endgültige Kapitulation vor einem nicht anders erwartbaren Ergebnis. Denn dass die Situation vor Ort militärisch nicht zu lösen ist, musste allen von vornherein bewusst sein. Der Abzug der Truppen löst gemischte Gefühle beim afghanischen Volk aus. Manchen schlottern schon die Knie, wenn sie an die Zukunft denken. Aber es gibt auch jene, die einen neuen Unabhängigkeitstag feiern wollen, sobald der letzte Soldat das Land verlassen hat. Wer ausschließlich Freude pur empfindet, ist klar. Die Islamisten träumen bereits wieder von einer triumphalen Rückkehr an die Macht. Leider aus guten Gründen. Alles andere als eine gute Nachricht. Und wieder bleiben am Ende folgende Fragen: Wird Afghanistan jemals zur Ruhe kommen? Wer glaubt noch daran?
Christian Stafflinger, Linz
Erschienen am Mo, 3.5.2021
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