Zwei Leserbriefe vom Sonntag, 13. 12. 2020, in der „Kronen Zeitung“: Herr Neumann argumentiert zu Recht, dass alle zu hoch gesetzten Ziele bisher weit verfehlt wurden und auch diese neuen Ziele ihm völlig unrealistisch erscheinen. Herr Dr. Högelsberger argumentiert zu Recht, dass konsequenter Klimaschutz ein Gebot der Zeit sei. Ein Widerspruch? Nein. Das Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 ist erreichbar. Aber nicht durch Ankündigungen und EU-Gipfelbeschlüsse ohne Substanz, sondern nur durch eine Einbindung aller Beteiligten. Sie sollten sich in einem 30-Jahre-Stufenplan in jedem Jahr auf das Erreichen konkreter Ziele verpflichten und dies müsste auch kontrolliert und sanktioniert werden. Einbindung aller Beteiligten meint natürlich die Wirtschaft, aber ebenso Wissenschaft und Konsumenten. Gemeinsam mit ihnen hätte die Politik die Aufgabe, Nägel mit Köpfen zu machen, statt mit unrealistischen Zielen durch die Gegend zu werfen. Konkrete Daten sind jetzt gefragt, Taten, die weit über das CO2-Problem hinausgehen und eine Kreislaufwirtschaft zum Ziel haben, in der alle Ressourcen, die wir unserer Mutter Erde entnehmen, auch wieder an diese zurückgegeben werden. Das Ziel zu erreichen ist möglich, aber nicht durch substanzlose Ankündigungen, sondern mit professioneller Arbeit!
Dr. Christoph Leitl, Präsident der Euro- päischen Wirtschaftskammer, Wien
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