Es ist empörend, welcher emotionale Druck auf unsere Regierung und ganz Österreich ausgeübt wird, in Moria auf die offenbar einzige moralisch „zulässige“ Weise zu helfen, nämlich Flüchtlinge ins Land zu holen, weil es medial gut wirkt, plötzlich warmherzig und mitleidsvoll zu sein und plakative Handlungen zu setzen, seien sie noch so kurzsichtig und kontraproduktiv. Jede andere Art der Hilfe, auch wenn sie viel nachhaltiger und sinnvoller ist, zählt einfach nicht. Politiker anderer Länder und die Medien bestimmen, wie geholfen werden darf, und zwar nur auf eine Art und Weise. Eine moralisierende Überheblichkeit, die unerträglich und dazu undemokratisch ist, denn sie lässt nur eine Meinung zu. Politik sollte sich nicht von Anlass-Emotionen, sondern von Vernunft und Weitblick leiten lassen. Herrn Kurz ist Respekt dafür zu zollen, dass er sich diesem Meinungsterror standhaft widersetzt. Die von Österreich angebotene Hilfe ist mit Sicherheit nachhaltiger als die von anderen Regierungen zur Schau gestellte Symbolpolitik. Die EU als demokratischer Staatenbund sollte sich auf ihre Wertebasis der Meinungs- und Handlungsfreiheit und des gegenseitigen Respekts besinnen, anstatt die Vernünftigen an den moralischen Pranger zu stellen.
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