Mehr als hunderttausend Bürger demonstrierten am Wochenende in Weißrussland wieder gegen den autoritären Präsidenten Lukaschenko. Seit der umstrittenen Präsidentenwahl vom neunten August fordern die Demonstranten den Rücktritt des Präsidenten, Neuwahlen und die Freilassung politischer Gefangener. Trotz eindringlicher Warnungen des „letzten Diktators in Europa“ gehen die Menschen seit Wochen auf die Straße und rufen: „Hau endlich ab!“ und „Es lebe Belarus!“ Die wachsende Demokratiebewegung bringt Alexander Lukaschenko immer mehr in Bedrängnis. Sein russischer Freund Wladimir Putin stellt zwar Hilfe in Aussicht, wird jedoch vorsichtig sein, da auch in seinem Reich immer wieder Kundgebungen für mehr Demokratie aufflammen. Die Angst, dass der Funke aus Weißrussland auch auf Russland überspringen könnte, ist nicht zu unterschätzen. Den Menschen reicht es, sie wollen ein Ende der autoritären Herrschaft und fordern Freiheit und Demokratie für ihre Länder. Es bleibt zu hoffen, dass der Übergang zu einer echten Demokratie für die Bürger ohne Blut und Tränen erfolgt und die autoritäre Führung des Landes erkennt, dass die Zeit für einen Wechsel reif ist.
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