Das freie Wort

Erschreckender Verdacht

Die Brandkatastrophe im Migrantenlager Moria auf der Insel Lesbos soll laut Quellen der griechischen Polizei durch vorsätzliche Brandstiftung wegen zuvor angeordneter Covid-19-Quarantänen verursacht worden sein. Bei den Löscharbeiten sollen überdies Gruppen junger männlicher Migranten die Feuerwehrleute mit Steinen beworfen haben, um die Löschung zu verhindern. Daraufhin sollen diese Gruppen hocherfreut davongezogen sein und dabei „Bye-bye Moria“ gesungen haben. Wenn das wirklich stimmt, sollten diese Personen keinesfalls mit einer Transferierung auf das griechische Festland (was in Wahrheit freie Fahrt nach Zentraleuropa bedeutet) „belohnt“ werden, da sie wohl vorsätzlich Tausenden anderen Menschen ihr ohnehin spärlich vorhandenes Eigentum willentlich zerstört und überdies bewusst dabei auch mögliche Todesopfer in Kauf genommen haben. Keinesfalls darf sich das Modell „Zünde dein Lager an, dann kommst du weiter“ unter den Migranten als Erfolg versprechend durchsetzen. Von den Zuständen rund um das abgebrannte Lager und davon, wie sich dabei eigentlich die griechischen Inselbewohner fühlen, spricht übrigens kaum jemand. Dass mittlerweile Tausende oft jahrhundertealte Olivenbäume umgehackt wurden (Brennholz) und die Insel Lesbos auf Jahre hinaus wegen der großflächigen Vermüllung kein Urlaubsziel mehr sein kann, wird genauso wie die Tatsache, dass für vor allem jüngere Inselbewohner wegen der verlustig gegangenen Jobs im Tourismus nur mehr die Option des Auswanderns besteht, in der Regel leider ausgeblendet. Traurig.

Martin Krämer, per E-Mail

Erschienen am Fr, 11.9.2020

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