Das freie Wort

Ostern wie damals

Corona, ein heimtückisches Virus, das seinen Weg von China aus rund um die ganze Welt gefunden hat, veränderte unsere heile Welt in wenigen Wochen gravierend. Zu den Osterfeiertagen wird uns ganz besonders bewusst, was uns fehlt. Es sind weniger die materiellen Annehmlichkeiten als die Sehnsucht nach Kontakten zu unseren Kindern, Enkeln, Freunden und Bekannten. Ostern wie damals, mit dem Verstecken der Osternester, einer herzlichen Umarmung und einem Essen mit den Liebsten fällt heuer aus. Liebgewonnene Traditionen wurden uns genommen. Während sich die Optimisten damit trösten, dass wir bald zur „Normalität“ zurückkehren werden, sind Pessimisten skeptisch, ob es jemals wieder ein Ostern wie früher geben wird. Viele Großeltern fragen sich insgeheim, wie viele Ostern wie damals sind uns noch vergönnt? Rund einen Monat haben wir schon Abstand gehalten, sind zu Hause geblieben und haben die zwischenmenschlichen Kontakte fast auf null reduziert. Die Zahlen der letzten Tage zeigen, dass die schmerzhaften Einschränkungen langsam Wirkung zeigen. Nach einer Studie der Johannes-Kepler-Universität könnten die Menschen nach der Durststrecke und dem Wunsch, endlich zur Normalität zurückzukehren, nächste Woche die teilweise wieder geöffneten Geschäfte stürmen. Mit einem Appell, davon Abstand zu nehmen und die positive Entwicklung der Krise nicht wieder zunichte zu machen, wünsche ich allen Menschen besinnliche Feiertage und dass sich die Sehnsucht nach Normalität und Ostern wie damals erfüllen mögen.

Mag. Hans Rankl, St. Pölten

Erschienen am So, 12.4.2020

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