Jetzt sitzen wir da, ausgebremst von 100 auf null. Alle Lebenspläne, der Fortschritt, der Lifestyle sind im Eimer, und die Bedrohung ist unsichtbar. So ein verdammter gefährlicher hinterhältiger kleiner Virus stellt unser gesamtes Dasein auf den Kopf. Ansätze von notwendigen behördlichen Maßnahmen hatten wir zumindest in Salzburg nach der Tschernobyl-Atomreaktorkatastrophe 1986 erlebt. Nur da waren die Einschränkungen regional begrenzt auf Gebiete, wo es zur falschen Zeit am falschen Ort geregnet hatte. Es war Mai, und vor allem die Kinder waren gefährdet, und keiner durfte hinaus. Damals war die Natur der Feind, und die regionalen Lebensmittel, besonders auch Gemüse im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Und trotzdem, wer wollte da schon glauben, dass die Erdbeeren, die fatalerweise besonders groß gewachsen waren, nicht angerührt werden durften. Milch, Fleisch und Gemüse musste, behördlich kontrolliert, als gefährlicher Sondermüll entsorgt werden. Dabei hatte es keinen bei uns unmittelbar ins Intensivbett geschmissen, die Wirkung des Atomunfalls lag in weiter Ferne. Jetzt wirkt der Super-GAU weltweit, unmittelbar, und der Mitmensch mit seiner Inkubationszeit ist die Gefahr, und vor allem wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort war oder ist. Horrorbilder und -meldungen kreisen kontrolliert und unkontrolliert über den gesamten Globus, schneller noch als Covid-19. Es wird Zusammenhalt gepredigt und gleichzeitig die totale Distanz verordnet, und der Staat muss und kann zur Eindämmung der Pandemie hart durchgreifen. Wie das auf die Gesellschaft wirkt, weiß keiner. Alle wissenschaftlichen, soziologischen und sonstigen Berechnungsdaten und Weltwirtschaftswachstumsprognosen, an die man sich noch klammern könnte, sind für den Schredder, alles ist im freien Fall, und den Bremsweg, den kennt keiner, und schon gar nicht, wo, wie und wann wir in der Realität der Auswirkungen aufknallen. Trotzdem gibt’s irgendwie auch eine positive Kehrseite der Medaille, denn mit einem Schlag sind wir von den „Alles machbar“-Träumen aufgewacht, jetzt bringen nur regionale Lebensmittel und Produkte die Versorgungssicherheit, stets unmöglich zu erreichende Klimaziele sind womöglich übererreicht, und Greta kann nicht mehr reisen.
Barbara Bauer, Wals-Himmelreich
Erschienen am Do, 19.3.2020
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