Mich stört nicht, dass eine Frau Verteidigungsministerin wird. Es ist nicht gerechtfertigt, die Qualität/Fähigkeit vom Geschlecht der Person abzuleiten. Mich stört vielmehr: Die Nominierung einer parteigetreuen Person, wie es Frau Tanner ist, bedeutet in diesem Fall, eine weitere Abwärtsspirale für das Bundesheer. Sie kann von Hunderten Generälen und Tausenden Unteroffizieren beraten werden, sie werden alle miteinander eines nicht erreichen: mehr Geld für das Heeresressort. Nicht bei dieser Regierung. Kurz hat sich für das Nulldefizit entschieden, und die Grünen haben sowieso kein Interesse an der Landesverteidigung. Mir tut Frau Tanner jetzt schon leid. Mehr als repräsentieren wird für sie nicht drin sein. Gestalten wird – wie für ihre Vorgänger – bei dem Budget nicht möglich sein. Mit Frau Tanner wird – so wie in den letzten 50 Jahren – eine Person nur dann Verteidigungsministerin, wenn sie von vornherein auf finanzielle Forderungen verzichtet.
Franz Haslinger, per E-Mail
Erschienen am Di, 7.1.2020
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