Ich habe mit 15 Jahren eine Lehre begonnen, anschließend mehrere Jahre als Facharbeiter gearbeitet, mich durch Weiterbildungen (HTL, Schulungen etc.) weiter qualifiziert und bin durchgehend berufstätig. Wer wie ich mit 15 ins Berufsleben eintritt, hat mit 60 bereits 45 Dienstjahre. Trotzdem soll ich für eine abschlagsfreie Regelpension bis 65 arbeiten, möglicherweise sogar bis 68. Gleichzeitig gibt es Menschen, die durch längere Schul- und Studienzeiten später ins Arbeitsleben einsteigen oder aus anderen Gründen nicht so lange arbeiten, deutlich weniger Dienstjahre leisten und dennoch im gleichen Alter eine volle Pension beziehen, obwohl sie während ihrer Ausbildung etc. vom System unterstützt wurden. Darum stellt sich die Frage: Warum richtet sich der Anspruch auf eine abschlagsfreie Regelpension vor allem nach dem Alter und nicht nach den tatsächlich geleisteten Dienstjahren? Wer 45 Jahre lang Beiträge ins System einzahlt, sollte früher und ohne Abschläge in Pension gehen können. Und nicht mit „Mogelpackungen“ abgespeist werden, bei denen ein etwas früherer Pensionsantritt lebenslang mit hohen Abschlägen erkauft werden muss. Die Politik ist gefordert, hier für mehr Leistungsgerechtigkeit zu sorgen und lange Erwerbszeiten stärker zu berücksichtigen.
Harald Wurzinger, St. Stefan im Rosental
Erschienen am Fr, 16.10.2026
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