Eine Mehrheit der Pädagogen in Österreich findet die andauernde Unterbrechung des Schulalltags durch immer wiederkehrende Ferien kontraproduktiv und in weiterer Folge stressgenerierend. Einige wenige sogenannte Experten jedoch meinen, dass der Wechsel zwischen Freizeit und Unterrichtszeit regelmäßig stattfinden müsste, um auch aus ihrer Sicht notwendige Verschnaufpausen zu garantieren. Doch da beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz. Denn Verschnaufpausen sind nur deshalb notwendig, weil in Wahrheit immer weniger reguläre und länger andauernde Unterrichtsphasen zur Verfügung stehen. Den Schülerinnen und Schülern wird dadurch ein vollkommen realitätsfremdes Bild einer ferienüberladenen Arbeitswelt vermittelt, welche ihnen im Erwachsenenalter zumeist gar nicht zur Verfügung steht. Der seitens des Gesetzgebers vorgesehene und abzuprüfende Lernstoff wird wegen der immer kürzer werdenden Unterrichtsphasen immer kompakter und leider auch oberflächlicher verabreicht und führt wegen der dann ausufernden Intensität von Unterricht und Prüfungen logischerweise zu immer mehr Stress bei Lehrern und Schülern. Vermehrte disziplinäre Vorfälle in den Klassen sowie oft vollkommenes Desinteresse am Unterricht häufen sich immer mehr. Zu alldem kommt auch noch die grassierende Smartphone-Sucht, welche dank des fehlenden generellen Handyverbotes während des Unterrichts viele der Schülerinnen und Schüler sowieso nur die Hälfte des Stoffes überhaupt wahrnehmen lässt, hinzu. Der im heurigen Jahr Gott sei Dank zum letzten Mal praktizierte Stress mit diversen schulautonomen Tagen zu verschiedenen Zeiten zeigt einmal mehr die seit Jahren praktizierte Ziellosigkeit des gesamten österreichischen Unterrichtssystems. Und so sinkt der durchschnittliche Wissens- und Bildungsstand unserer Schülerinnen und Schüler von Jahr zu Jahr und lässt sie im Vergleich zu Gleichaltrigen in Japan, Südkorea oder Singapur leider bereits jetzt sehr alt aussehen.
Martin Krämer, per E-Mail
Erschienen am Mo, 4.11.2019
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