An der gegenwärtigen Stimmverteilung im deutschen Thüringen sieht man das Dilemma einer repräsentativen Demokratie. Vielleicht würde ein Mehrheitswahlsystem – statt des Verhältniswahlrechts – ein Ausweg sein? Die Wahl in Thüringen hat die Linke mit 31% vor der AfD mit 23,4% Stimmenanteil gewonnen. Die CDU mit 21,8% ist die drittstärkste Kraft; die SPD mit 8,2%, die Grünen mit 5,2% und die FDP mit 5% Stimmenanteil bilden das Schlusslicht. Mit der AfD will niemand eine Koalition eingehen, da in dieser Partei auch rechtsextreme Politiker ein gewichtiges Wort mitreden. Die Linke (Ex-Kommunisten) ist in Thüringen wieder salonfähig und könnte rechnerisch mit der AfD oder CDU eine Zweierkoalition bilden. Sie könnte aber noch eine Viererkoalition mit der SPD, den Grünen und der FDP bilden, die an Buntheit nicht zu übertreffen wäre. Eine schwierige Ausgangslage für eine nachhaltige Regierung. Der Keim des Scheiterns der CDU und SPD liegt nicht in Thüringen, sondern in Berlin, wo die Große Koalition das eigene Volk vernachlässigt. Auch eine Abgrenzungspolitik bringt keine Erfolge, eher werden dadurch der linke und rechte politische Rand gestärkt. Von einer Regierung wird eine Politik verlangt, die auch die Arbeit der fleißigen Bürger honoriert.
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