Von den 22 Männern erschien zu Verhandlungsbeginn erst nur ein Teil. Sechs "Nachzügler" aus Linz kamen rund eine Stunde zu spät. Allein die Datenerfassung der Beschuldigten - denen unter anderem schwere Körperverletzung angelastet wird - zog sich über mehr als eine Stunde. Bei den Aussagen zeigten sich die Männer im Alter von 20 bis 36 Jahren schweigsam bis kreativ.
Sie gaben an, niemandem Verletzungen zugefügt zu haben, auch nicht verletzt worden zu sein - oder sich an nichts mehr zu erinnern. Viele von ihnen waren zum Zeitpunkt der Rauferei zum Teil schon stark alkoholisiert.
Sturm-Fans stürmten
Bereits während des Matches - das 2:0 für die Sturm Amateure ausging - hatten Grazer Hooligans den Fan-Sektor der Linzer zu stürmen versucht. Nach dem Spiel waren dann die "Fans" vor der "Gruabn" im Bezirk Jakomini zum Teil auf dem Spielfeld aufeinander losgegangen und hatten die anrückenden Polizeieinheiten angegriffen. Zum Schluss musste sogar die Spezialeinheit "Cobra" dazwischen gehen.
"Nur ausgerutscht"
Bilder von den Videoaufzeichnungen zeigten die Angeklagten bei gewalttätigen Handlungen. Die Angeklagten verharmlosten die Taten jedoch nach Ansicht der Fotos und meinten, "ausgerutscht" zu sein, einen anderen am T-Shirt gezogen zu haben, weil er ihm "aufhelfen" wollte, oder lediglich ein bisschen "geschubst" zu haben. Die ideenreichen Angaben der jungen Männer sorgten bei den anderen für Heiterkeit, worauf die Richterin meinte, man werde am Ende des Prozesses noch sehen, wer lache.
Quer durch die Bank
Unter den Beschuldigten befinden sich nicht nur die bei Raufereien vor und nach Fußballmatches üblichen Beteiligten, sondern auch Vertreter durchaus bürgerlicher Berufsbilder: Einer ist Geschäftsführer eines Fassadenbauunternehmens, weiters finden sich auch ein Student, ein Zahntechniker und ein Krankenpfleger auf der Gerichtsbank. Wegen der großen Zahl der Beschuldigten musste man vom eigentlichen Verhandlungssaal in die Auktionshalle des Bezirksgerichts ausweichen.
Beim noch nicht festgelegten neuen Termin will Richterin Neudeck sowohl ein Beweisvideo zeigen als auch Verletzte, Polizisten und weitere Zeugen anhören.
Symbolbild
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.