19.01.2008 19:06 |

Integration

Respekt vor dem, was heilig ist

Es war schon ein historischer Augenblick - im Schatten des Stephansdoms. Erstmals gaben Spitzenvertreter von fünf Glaubensgemeinschaften eine Pressekonferenz. Sie präsentierten dabei ein gemeinsam erarbeitetes Papier über Integration von Ausländern. Mit dem Credo: "Es gibt nur ein Maß - die Maßeinheit Mensch."

Natürlich kam auch der Wahlkampf-Eklat der Grazer FPÖ-Spitzenkandidatin Susanne Winter zur Sprache. Sie hatte aus reinem Populismus den Propheten Mohammed und den Islam beleidigt. Dazu stellte der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau grundsätzlich fest: "Wir erwarten, wir fordern Respekt vor dem, was anderen heilig ist." Und: "Wer Österreich liebt, stellt unser Land nicht öffentlich und international bloß."

Die Vertreter der Glaubensgemeinschaften: Caritas-Direktor Michael Landau, der evangelische Bischof Michael Bünker, der orthodoxe Metropolit Michael Staikos, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, und der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh.

Das Integrationspapier, das auf sieben Säulen ruht, enthält schon einige Brisanz. "Österreich war und ist ein Zuwanderungsland", erklärte Michael Landau. Und: "Wer legal hier lebt, muss auch arbeiten dürfen." Schon deshalb, damit er nicht in die Kriminalität abrutscht. "Es gibt Pflichten und Rechte für Migranten", relativiert Michael Bünker: "Die Bereitschaft, die deutsche Sprache zu lernen, die Werte unserer Gesellschaft zu akzeptieren: Menschenrechte, Verfassung, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung von Frau und Mann."

Eine gemeinsame Hausordnung nötig
"Respekt vor dem Glauben des anderen", forderte auch Ariel Muzicant ein. Man sollte wie in Österreich-Ungarn andere Sprachen und Kulturen integrieren. Anas Schakfeh versicherte, dass die sieben Integrationssäulen gemeinsame Werte widerspiegelten. Tatsächlich ist darin die Rede von einer gemeinsamen Hausordnung, vom Begegnen auf Augenhöhe, einem Vorschuljahr für alle Kinder und Kommunal-Wahlrecht.

Von Dieter Kindermann, Kronen Zeitung

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