09.10.2007 15:21 |

90er-"Charme"

FIBA Basketball Manager 2008

Rasante Spielzüge, herrliche Dribblings und krachende Dunks gibt es nicht nur in der NBA zu bestaunen. Auch anderswo wird guter Basketball geboten. Mit dem "FIBA Basketball Manager 2008" kann man als angehender Manager versuchen, seine Mannschaft an die Spitze zu führen.

Der erste freudige Gedanke, endlich mal ein Managerspiel im Sportbereich vorgesetzt zu bekommen, das sich nicht mit Fußball beschäftigt, verkehrt sich schnell ins Gegenteil. Denn der hohe Standard, der die Fußballmanager zu einer spannenden Langzeitunterhaltung macht, wird nicht einmal ansatzweise erreicht.

Anfangs wählt man zwischen freiem Spiel, Karriere oder versucht sich als Coach eines Nationalteams. Erfreulicherweise kann auch österreichische Mannschaft ausgewählt werden. Einmal im Hauptmenü angelangt, reibt man sich gleich mehrmals - ob der bescheidenen grafischen Qualität - verwundert die Augen. Das Prädikat hässlich hat sich die Grafik eindeutig verdient.

Die Menüführung ist durchaus praktikabel. Spätestens beim Versuch, am Transfermarkt zuzuschlagen, wartet jedoch die nächste Hürde. Die Suche lässt sich nur nach Mannschaften, aber nicht nach der gesuchten Position oder der Gehaltsklasse einschränken. Die Verhandlungsphase wurde in verschiedensten Fußballmanagern auch schon wesentlich besser in Szene gesetzt.

Hat man alle Spieler beisammen, beginnt das Training. Dieser Punkt ist, das gleich vorweg, der einzig halbwegs gelungene Teil des Spiels. Jedem Spieler kann dabei ein individuelles Trainingsprogramm maßgeschneidert werden. Für die Aufbesserung der finanziellen Situation sorgen Stadionerweiterungen, die eine bessere Auslastung erwarten lassen und der Abschluss diverser Sponsorverträge.

Schneller als man denkt naht der Saisonbeginn und das erste Spiel. Die gebotene 3D-Darstellung erinnert frappant an Mitte der neunziger Jahre. Pixelige Spielfiguren schleppen sich zappelnd über das Spielfeld und vermitteln den Eindruck als hätte eine Rentnergang den Basketballsport für sich entdeckt. Das Grauen zu beenden ist nicht so leicht, denn es steht lediglich eine Funktion zur Spielzeitbeschleunigung zur Verfügung. Es hilft auch wenig, dass die Taktik während des Spiels laufend angepasst werden kann.

Da vergräbt man sich lieber in die einzelnen Tabellen, die in ihrer Aufmachung ein wenig an ein Programm eines in Redmond beheimateten Softwaregroßkonzerns erinnern. Solch eine spröde Präsentation macht bei der täglichen Arbeit durchaus Sinn. Ein Spiel sollte jedoch eine, zumindest ein wenig, bessere Aufmachung bieten.

Dass bisher weder der Sound noch die musikalische Untermalung zur Sprache gekommen sind hat damit zu tun, dass es darüber nicht viel zu sagen gibt. Das an Kaufhausmusik erinnernde, aus den Boxen kommende Etwas ist nur mit viel Geduld zu ertragen.

Fazit: Schade! Die Chance, eine Marktlücke zu schließen, wurde schmählich vergeben. Dieses Spiel mit dem Charme der Neunziger Jahre wird heutzutage keine geneigten Spieler anlocken können. Selbst die härtesten und treuesten Basketballanhänger werden mit dem "FIBA Basketball Manager 2008" keine Freude haben.

Plattform: PC
Publisher: BHV
Krone.at-Wertung: 19%

Von Harald Kaplan

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