18.09.2007 11:32 |

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FlatOut: Ultimate Carnage

Das ultimative Blutbad, Gemetzel oder auch Massaker versprechen dem Titel zufolge die Macher von "FlatOut Ultimate Carnage". Ziemlich abschreckend, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei doch eigentlich nur um ein Autorennspiel handelt. Doch Eltern können beruhigt aufatmen: Blut fließt keines, allerhöchstens Motoröl. Und statt gebrochener Knochen gibt es lediglich zerbeulte Karosserien, berstendes Glas und vor allem jede Menge Spielspaß.

Nach "FlatOut" und "FlatOut2" dürfen mit "FlatOut Ultimate Carnage" nun endlich auch Xbox-360-Besitzer in den Genuss der wilden Straßenraserei kommen. Am Erfolgsrezept des 2004 erstmals in Erscheinung getretenen Spiels hat sich nichts geändert: Nach wie vor kann man sich als Fahrer entweder in den Karriere-Modus stürzen und sich über die Klassen Derby, Rennen und Straße von Cup zu Cup an die Spitze fahren oder im Carnage-Modus seinen Agressionen freien Lauf lassen und - sagen wir: unkonventionellen - Herausforderungen frönen.

Doch der Reihe nach. Der Karriere-Modus kommt mit insgesamt 48 Wagen auf 39 Strecken in sechs verschiedenen Umgebungen daher. Jede der Karossen unterscheidet sich in punkto Beschleunigung, Fahrverhalten, Höchstgeschwindigkeit, Gewicht, Antriebsart und Nitro-Vorrat voneinander. Da das Budget zu Beginn jedoch noch recht knapp bemessen ist, muss man sich als Anfänger mit dem spärlichen Angebot zufrieden geben, ehe durch zunehmenden Erfolg weitere Karossen erstanden oder bestehende aufgepimpt werden können. Im Upgrade-Laden lassen sich Motor, Leistung, Auspuff, Aufhängung, Reifen und Chassis tunen. 

Während zum Weiterkommen und Erreichen des nächsten Cups eine Platzierung auf den ersten drei Plätzen zwingend notwendig ist, lässt sich der Geldbeutel glücklicherweise auch ohne Sieg füllen. Wie das gehen soll? Durch rüpelhaftes Verhalten! Wer fleißig stößt und rempelt oder durch eines der laut Entwicklerangaben insgesamt 8.000 zerstörbaren Objekte pro Strecke donnert, bekommt mit etwas Glück den Titel "Blastmaster" verliehen. Auf jeden Fall füllt sich dadurch die Nitro-Anzeige, mit deren Hilfe der Spieler schnell einige Meter gut machen kann.

Im Carnage-Modus wird der Rennfaktor schließlich weitestgehend außer Acht gelassen. Hier steht die reine Zerstörung im Vordergrund. Lediglich im "Entkomme der Bombe"-Modus, in dem der Spieler nicht gegen die tickende Uhr, sondern eine im Kofferraum platzierte Bombe fährt, muss noch ordentlich von Checkpoint zu Checkpoint gefahren werden. Im "Zerstörungsrennen" oder "Deathmatch Derby" geht es dann nahezu ausschließlich um krachende Karosserien, berstendes Metall und Funkenflug. Die an das gute alte "Destruction Derby" erinnernden Begegnungen in der Arena haben diesmal ein nettes Feature spendiert bekommen: Mit Hilfe von Powerups kann man etwa kurzzeitig die Karosserie stabiler machen oder mit einem Massebeschleuniger beim Gegner mehr Schaden verursachen.

Unter den insgesamt 36 Events des Carnage-Modus finden sich auch wieder die unterhaltsamen Stunt-Disziplinen, bei denen ein Dummy möglichst kunstvoll durch Feuerringe, auf eine Dartscheibe oder Bowling-Pins geschleudert werden muss. Da diese Art der Unterhaltung mit Freunden am meisten Spaß macht, sind die Stunt-Disziplinen im Party-Modus auch mit bis zu acht Spielern abwechselnd nacheinander spielbar. Zur Auswahl stehen leichte und schwere Stunts sowie eine Stuntherausforderung. Auf Wunsch können die zu bewältigenden Kunststücke aber auch individuell selbst zusammengestellt werden.

Stunts, Rennen, Derbys und Deathmatch-Derbys finden sich schließlich auch im Online-Mehrspielermodus für bis zu acht Spieler wieder. Neu ist hier der Pingpong-Modus, bei dem die Rennstrecke nach Überquerung der Zielgeraden noch einmal in entgegengesetzter Richtung befahren werden muss.

Bleibt eigentlich nur noch die Präsentation zu erwähnen, die sowohl in optischer als auch akustischer Hinsicht keine Wünsche offen lässt. Neben den bereits erwähnten zerstörbaren Objekten glänzt "FlatOut Ultimate Carnage" durch ausgeklügeltes und abwechslungsreiches Leveldesign, eine tolle Fahrphysik und ein detailliertes Schadensmodell. Hier fliegt einem der Dreck nur so um die Ohren, zu jeder Seite sieht man Funken sprühen oder Wasser spritzen. Hochauflösende Next-Gen-Grafik mit allem drum und dran, wie man es sich erwartet. Auch der Sound kann sich hören lassen, lediglich die sich zu oft wiederholende Rock-Mucke ist negativ zu bemängeln.

Fazit: "FlatOut Ultimate Carnage" ist ein Arcade-Racer wie er im Buche steht: Anspruchslos (intellektuell gesehen), aber verdammt spaßig. Unterhaltung wird hier groß geschrieben und die erlebt man definitiv, wenn man mit seinem Boliden über die Buckelpisten heizt und in wunderschöner Umgebung Stück für Stück die hochauflösende Karosserie in ihre Einzelteile zerlegt. Anfänger dürfte zwar der nach wie vor recht happige Schwierigkeitsgrad zu schaffen machen, aber angesichts dieser optischen Pracht fällt das Üben und Durchbeißen nicht schwer. "Burnout" muss sich definitiv warm anziehen.

Plattform: Xbox 360
Publisher: Koch Media
Krone.at-Wertung: 88%

von Sebastian Räuchle

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