07.09.2007 11:48 |

Bizarre Särge

Firma baut Särge in Form von Gitarren & Biergläsern

Ein Unternehmen in der englischen Stadt Nottingham stellt seit einigen Jahren Särge in den wundersamsten Formen her. Die Särge der Firma Vic Fearn & Co haben das Aussehen von Gitarren, Skateboards, Ballettschuhen oder sogar die eines riesigen Müllcontainers (Bild). Auch in nachgebauten Straßenbahnen, in einem Riesen-Korkenzieher, überdimensionalen Ballettschuhen oder im Bierglas-Sarg kann man sich beerdigen lassen.

Die Idee, ihr eher eintöniges Gewerbe aufzulockern, kam John Gill und seinem Geschäftspartner David Crampton von Vic Fearn & Co vor rund 15 Jahren durch außergewöhnliche Kundenwünsche. "Das sind keine Verrückten gewesen, sondern Menschen, die gerne in einem Gegenstand ruhen, der ihnen schon zu Lebzeiten etwas bedeutet hat", betont Crampton. In einigen afrikanischen Ländern sei das uralte Tradition.

"Zahl jetzt, stirb später"
Die Kunden müssen allerdings einiges Geld übrig haben, denn die Särge kosten bis zu 7.500 Euro. Dafür haben die Tischler aber naturgemäß auch ziemlich enge Lieferfristen. "Wenn jemand plötzlich stirbt, machen wir Nachtschichten", sagt Crampton. Doch die meisten bestellten ihre Toten-Truhe schon weit im Voraus - bei Vorkasse. "Unser Motto ist: Zahl jetzt, stirb später", erklärt Crampton.

Bilder der bizarren Särge in der Infobox!

Der Ruhm kam für einen Sarghersteller auf eine etwas ungewöhnliche Weise: Das britische Massenblatt "The Sun" - nicht gerade bekannt für pietätvolle Berichterstattung - brachte die Sarg-Geschichte auf Seite drei; auf jener Seite also, von der barbusige Mädchen dem Leser entgegenblicken. "Crazy Coffins" (Verrückte Särge) war die Schlagzeile. "Naja, unsere Särge und daneben diese doch sehr lebensbejahenden Bilder... Wir wussten nicht so recht, was wir davon halten sollten", erzählt Crampton. Dennoch wagten sie es sogar, ihre Sargkollektion nach dem Titel zu benennen: "Crazy Coffins".

Särge sogar in Ausstellung zu bewundern
Mit ihren Särgen in Form von Gitarren, Skateboards oder Golftaschen sind Gill und Crampton bereits auf Ausstellungen in Deutschland gewesen. Und obwohl sie große Bewunderung hervorgerufen hatten, hält sich der Absatz in Grenzen. "Die Deutschen finden das wohl etwas pietätlos, der Tod wird dort viel ernster und religiöser betrachtet."

Bisher war den Briten noch kein Wunsch zu abstrus. Selbst ein Sarg in Form eines riesigen Müllcontainers steht bereit. "Am Ende sind wir doch alle auf eine bestimmte Art und Weise Abfall", meint Crampton.

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