Josephine und Valmai Lamas haben seit 1997 etwa 14.000 Pfund ausgegeben: für die "Miete" des Kühlfachs beim Bestattungsunternehmen G. Saville & Sons, für Lippenstift und Make-Up, das sie der mit Formaldehyd konservierten Leiche beinahe täglich frisch auftragen und für insgesamt fünf Särge.
Denn tatsächlich wollten sie zu Beginn nur ein Weilchen warten, bis ein geeigneter Zeitpunkt für die Bestattung gekommen war. Auf den "geeigneten Zeitpunkt" warten sie nun schon seit zehn Jahren und in dieser Zeit verrotteten vier der fünf Särge, schreibt die "Sun".
"Wir handeln nach ihren Wünschen. Anscheinend wollen sie die Tradition ihrer Besuche aufrecht erhalten", erklärt Bestatter Phillip Saville dem Blatt. Viel ist von Annie Lamas, die im Alter von 84 an den Folgen von Trombosen starb, ohnehin nicht mehr übrig: Trotz des stetigen Einbalsamierens ist die Mumie nur mehr ein Skelett mit einem ledrigen Hautüberzug. "Genug ist genug. Sie besuchen diese schrecklich aussehende Leiche nun schon seit zehn Jahren - langsam wird es lächerlich", zitiert die "Sun" einen namenlosen Verwandten.
Ein Ende ist allerdings nicht in Sicht. Da es in Großbritannien kein Gesetz gibt, dass die Aufbahrung von Toten über mehrere Jahre verbietet, wollen die beiden Schwestern weiterhin auf den "geeigneten Zeitpunkt" warten. Womöglich bis ihre Mutter zu Staub zerfällt.
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