06.07.2007 13:02 |

Fang mich doch!

Driver - Parallel Lines

New York 1978: Der Vokuhila hat gerade seine Blütezeit, es wird zu Disco- und Funk-Musik getanzt und die Klassiker der damals noch stolzen amerikanischen Automobilindustrie kreuzen durch die pulsierende Metropole. Das organisierte Verbrechen floriert und geht seinen kriminellen Machenschaften nach, was so manch talentiertem Fluchtfahrer eine steile Karriere ermöglicht. Leider sind ehrenhafte Gangster ebenfalls selten und so landet unser Alter Ego hinter Gitter. 26 Jahre später, wir schreiben das Jahr 2006, öffnen sich die Gefängnistore und der Rachefeldzug kann in "Driver - Parallel Lines" beginnen.

Das Spiel teilt sich in zwei Handlungsstränge. Zuerst beginnt man im Jahr 1976: Noch als kleiner Handlanger verdient man mit diversen Jobs sein Geld als Fluchtfahrer. Der zweite Teil findet dann 2006 statt und steht ganz im Zeichen der aufgestauten Rachgelüste.

Typisch für die Driver-Reihe stehen eine Vielzahl an Fahrzeugen zur Verfügung. Es können neben verschiedenen PKWs auch Motorräder und Bagger als Fortbewegungsmittel genutzt werden. Der umweltbewusste Ganove könnte New York ebenso zu Fuß erkunden, nur macht das eben nicht ganz so viel Spaß.

Aufgrund der großen Bewegungsfreiheit kann die Metropole sehr ausgiebig erforscht werden. Neben den typischen Nebenstraßen, mit ihren Abfallcontainern, die beim Durchbrausen einfach mitgenommen werden, bietet sich bei der hartnäckigsten Polizeiverfolgung die Flucht abseits der Straßen durch Parks oder über Eisenbahnschienen an.

Die Ordnungshüter sind generell äußerst aggressiv, besorgen sich sofort Unterstützung, versuchen einen einzukreisen und zu rammen. Eine Verfolgung abseits der asphaltierten Routen verweigern sie allerdings. Dafür wird der nähere Umkreis rigoros abgeriegelt, womit sich nur wenige Schlüpflöcher bieten, um zu entkommen.

Erschwerend kommt der dichte Verkehr in New York hinzu, der schnell zu einer Kollision führt. Das eigene Fahrzeug zerlegt sich bei jeder Berührung Stück für Stück, bis es nur noch Schrottwert besitzt. Wer rechtzeitig den Weg in die nächste Werkstatt findet, in der Wagen auch dauerhaft untergebracht werden könne, kann neben der Reparatur auch einen Wechsel des Kennzeichens oder der Lackierung vornehmen - schließlich ist Tarnung die halbe Miete. Auch getunt werden darf nach Herzenslust.  

Bei einigen Missionen muss der Auftrag allerdings teilweise auch zu Fuß erledigt werden, wobei sich dank des einfachen Zielsystems Auseinandersetzungen relativ einfach zu den eigenen Gunsten regeln lassen. Die Waffen kann und muss man zeitweise auch während man hinter dem Steuer sitzt einsetzen, wobei dies ein wenig Übung verlangt. Die Kombination aus Maus und Tastatursteuerung erweist sich nach kurzer Einarbeitungszeit jedoch als ziemlich gelungen.

Grafisch wurde New York sehr authentisch und detailliert umgesetzt. So macht es anfangs einfach nur Spaß, sich ein schickes Fahrzeug zu schnappen und durch die Stadt zu bummeln. Die musikalische Untermalung kann da locker mithalten, denn Künstler wie Public Enemy oder passend zu den Siebzigern Funk, Disco und Soul-Rythmen sorgen für die passende Atmosphäre. Die unterschiedlichen Handlungsjahre kommen dabei sehr gut zur Geltung. Während etwa 1978 noch die Twin Towers das Stadtbild prägen, ist 2006 dort, wo die Türme in den Himmel ragten, Ground Zero zu finden.

Fazit: "Driver - Parallel Lines" bietet, vor allem aufgrund der großen Bewegungsfreiheit sowie der Idee, in verschiedenen Jahren in New York unterwegs zu sein, sehr viel Spielspaß. Lediglich der happige und schnell ansteigende Schwierigkeitsgrad wird bei Gelegenheitsspielern für ziemlichen Frust sorgen.

Plattform: PC (getestet),  PS2, PSP, Wii, XBox
Publisher: Ubisoft
Krone.at-Wertung: 90%

von Harald Kaplan

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