Anfangs nur als kleine Hommage an das traditionelle Liedgut der schwarzen Bevölkerung der amerikanischen Südstaaten gedacht, entwickelte sich das Projekt zu einem Mammutding, als Mavis Staples Slidegitarrengott Ry Cooder ins Boot holte. Die um sieben Jahre jüngere Produzentenlegende konnte auch noch Jim Keltner als Drummer für das Projekt gewinnen, und schon wurde aus Mavis’ „kleinem Album“ ein Intensiverlebnis in Sachen traditioneller Spirituals und Gospels.
„We’ll Never Turn Back“ klingt aber nicht wie Sklaven-Nostalgie und „Oh, Brother Where Art Thou“ sondern bluesig, groovig und bis auf den letzten Ton spirituell, ohne dabei in ein katholisches Glaubensbekenntnis abzudriften. Mavis Staples tiefe, fast schon brummige Stimme, nimmt Songs wie „Down In Mississippi“ oder „99 and 1/2“ den Trott eines Klageliedes und macht sie zu Hoffnungsspendern.
„Als wir mit den Staple Singers in den Sog Martin Luther Kings gerieten, wurden wir zu einer starken Stimme für das Civil Rights Movement. Es war eine gefährliche Zeit und gerade der Glaube gab uns damals Kraft. Ich will mit dieser Platte genau dieses Feeling, denselben Spirit, dieselbe Message wie mit den Staple Singers rüberbringen. Die Zustände haben sich gebessert, aber wir sind noch nicht dort, wo wir eigentlich sein sollten“, schreibt Mavis Staples im Booklet des Albums.
9 von 10 spirituellen Soul-Großmüttern
Christoph Andert
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