Gasexplosion
Über 100 Tote bei Grubenunglück in Sibirien
Ausgerechnet am Tag der Tragödie war ein neues Warnsystem zum Schutz vor Gaseinbrüchen in Betrieb genommen worden. Präsident Putin forderte in Moskau die Regierung auf, die Ursachen für die Tragödie im Kohlerevier Kusbass "äußerst genau" zu untersuchen. Von den insgesamt 203 Bergleuten, die sich zum Zeitpunkt der Explosion unter Tage aufhielten, überlebten 93. Die genaue Zahl der geborgenen Toten variierte im Tagesverlauf zwischen 104 und 106. Von den weiterhin vermissten vier oder sechs Bergleuten fehlt jedes Lebenszeichen.
Den Hinterbliebenen wurden Entschädigungen von bis zu zwei Millionen Rubel (knapp 58.000 Euro) für jeden getöteten Bergmann versprochen. Das Grubenunglück bei der Stadt Nowokusnezk, 3.200 Kilometer östlich von Moskau, war die schwerste Bergbau-Katastrophe auf dem Gebiet Russlands seit mindestens 40 Jahren.
In dem erst 2002 in Betrieb genommenen Bergwerk hatte sich am Montag in knapp 300 Metern Tiefe eine gewaltige Methangas-Explosion ereignet. Die Sprengkraft war so hoch, dass selbst Arbeiter in 300 Metern Entfernung noch Gehirnerschütterungen und Knochenbrüche erlitten. Eine Untersuchungskommission nannte als mögliche Ursache Gesteinsverschiebungen oder Fehler beim Vorantreiben des Stollens. In der Region wurde eine dreitägige Trauer angeordnet.
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