21.03.2007 07:34 |

"Blutige Befriedung"

Kolumbien will Chiquita- Manager abschieben

Der kolumbianische Generalstaatsanwalt hat die Abschiebung von Managern des US-Konzerns Chiquita aus dem Land gefordert. Nach dem Eingeständnis des Unternehmens, Schutzgelder an die ultrarechten Paramilitärs gezahlt zu haben, sei dies "angemessen", sagte Mario Iguarán am Dienstag. Chiquita hatte sich bereit erklärt, 18,9 Millionen Euro Strafe zu zahlen.

Schutzgeldzahlungen an die AUC waren in Kolumbien häufig. Nach Ansicht Iguaráns ging die Zusammenarbeit von Chiquita mit den AUC allerdings darüber hinaus: "Es handelte sich um eine kriminelle Beziehung, Geld und Waffen gegen die blutige Befriedung von Urabá", wo sich einige der Chiquita-Plantagen befinden. Der Obstproduzent hatte in der vergangenen Woche eingeräumt, zwischen 1997 und 2004 insgesamt 1,7 Millionen Dollar (1,3 Millionen Euro) an die AUC gezahlt zu haben. Die US-Regierung setzte die AUC Ende 2001 auf ihre Liste der Terrororganisationen.

Laut Chiquita dienten die Zahlungen allein dem Schutz der Angestellten, die von der AUC bedroht worden seien. Ein Bundesrichter warf dem Unternehmen allerdings vor, die "Finanzierung einer terroristischen Organisation kann kaum als normale Betriebsausgaben gelten". Laut Justiz hatte der in Ohio ansässige Konzern früher auch die linksgerichteten Rebellengruppen FARC und ELN bezahlt.

Die AUC waren die größte paramilitärische Gruppierung in Kolumbien. Nach einem Abkommen mit der Regierung in Bogotá schlossen sie im vergangenen Jahr offiziell ihre Entwaffnung ab. In dem seit vier Jahrzehnten andauernden Konflikt zwischen rechten Paramilitärs, linksgerichteten Guerillagruppen und der Armee kamen in Kolumbien bisher etwa 200.000 Menschen ums Leben.