Mi, 16. Jänner 2019

"Lehre statt Leere"

27.11.2017 10:17

550 Lehrlinge holten sich bei Betreuern Hilfe

Nicht immer ist die Lehrlingszeit für Jugendliche schwerelos. Den einen quälen berufliche Probleme, der andere kämpft mit privaten Schwierigkeiten. Das bundesweite, kostenlose Coaching-Programm "Lehre statt Leere" zielt seit 2015 auf diese Jugendlichen ab - allein sieben Betreuer sind in den Tiroler Bezirken stationiert.

Die Coaches sind durchaus gefragt. "Um die 550 Tiroler Lehrlinge haben wir den vergangenen zwei Jahren beraten. Unser großer Vorteil ist, dass wir in den Berufsschulen direkt vor Ort sind", sagt der Tiroler Programmleiter Felix Roling. In der Fachberufsschule am Innsbrucker Lohbachufer ist zum Beispiel täglich ein Betreuer für insgesamt vier Stunden anwesend. Und auch in fast allen anderen Berufsschulen stehen die Coaches den Lehrlingen zumindest einen Tag in der Woche zur Verfügung.

Verschiedene Anliegen

Doch welche Probleme liegen den Jugendlichen auf dem Herzen? Die Palette ist groß, wie Roling schildert: "Ganz oft fragen sie nach den Arbeitszeiten, die sie zu absolvieren haben, und nach den Pausenzeiten, die ihnen zur Verfügung stehen. Andere zweifeln auf einmal an ihrer Lehrstelle oder wissen nicht, wie sie eine Lehrlingsförderung beantragen. Und wiederum andere erkundigen sich nach einem Nachhilfe-Institut oder möchten parallel zur Ausbildung die Matura absolvieren."

Hilfe auch für Betriebe

Die erfahrenen Coaches sind allerdings auch Anlaufstelle für die Lehrbetriebe. "Um die 70 Unternehmen haben wir mittlerweile beraten. Wenn sie uns kontaktieren, befinden sie sich häufig bereits in schweren Situationen", schildert der Experte. In vielen Fällen sei sogar die Ausbildung des Lehrlings in Gefahr - und zwar weil der Lehrlingsbeauftragte nur ganz schwer zu seinem Schützling durchdringe. "Und dann gibt es Betriebe, die sich - unter anderem wegen schwacher Jahrgängen - einfach schwer tun, qualifizierte Lehrlinge zu ergattern und uns um Unterstützung bitten", so Roling.

"Keine einfachen Lehrausbildungen mehr vorhanden"

Ein Problem, das nur auf die schwachen Jahrgänge zurückzuführen ist? "Nein, in meinen Augen gibt es keine einfachen Lehrausbildungen mehr. Den Jugendlichen wird von Beginn an viel abverlangt, auch das Tempo in der Schule ist einigen einfach zu schnell. Und mit kritischen, schulischen Biografien tun sich zudem viele schwer, im gewünschten Beruf Fuß zu fassen", erklärt Roling.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol
Aktuelle Schlagzeilen
Großeinsatz in Graz
Mann mit Messer im Bauch in Lift gefunden
Steiermark
Gerüchte aus Italien
Sitzt Mick Schumacher schon 2019 im Ferrari?
Formel 1
Bänderverletzung
Tottenham-Schock! Harry Kane fällt bis März aus
Fußball International
Mädchenleiche in Park
Trauermarsch für Opfer, U-Haft für Verdächtigen
Niederösterreich
Kommando retour!
Trainer Funkel verlängert Vertrag mit Düsseldorf
Fußball International
Nationale Liga wichtig
Joachim Löw hält nicht viel von der Super League!
Fußball International
Tirol Wetter
-5° / 3°
wolkig
-5° / 3°
wolkig
-6° / 2°
wolkig
-5° / 3°
wolkig
-4° / 4°
wolkig

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.